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Lexikon zur öffentlichen Haushalts- und Finanzwirtschaft


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Schuldenillusion

Das Phänomen der Schuldenillusion beschreibt einen Erklärungsansatz für die Existenz von öffentlichen Schulden. Das Phänomen erwächst zunächst daraus, dass Wähler einerseits mehr öffentliche Leistungen fordern (in Verbindung mit den dazu notwendigen Ausgaben), andererseits aber nicht in selbigem Maße bereit sind, Abgaben (insb. Steuern, Beiträge, Gebühren) für die Bereitstellung dieser öffentlichen Leistungen zu entrichten.

Da seitens der Politiker ein Interesse daran besteht, bei der nächsten Wahl wiedergewählt zu werden, versuchen sie, die Ausgabenwünsche zu befriedigen und gleichzeitig die Abgabenlast zu verbergen. Die Verschleierung der Abgabenlast erfolgt über eine schuldenfinanzierte Bereitstellung öffentlicher Leistungen. Das Instrument der Schuldenfinanzierung kann zur Anwendung kommen, da Wähler i.d.R. unzureichend über die Verknüpfung von heutigen Schulden mit künftigen Abgabenerhöhungen ("Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen.") informiert sind. Die Wähler unterliegen folglich einer Schuldenillusion, d.h. der Fehlwahrnehmung, heute aufgenommene Schulden würden nicht zu späteren Abgabeerhöhungen führen.

Siehe hierzu auch:
- Staatsverschuldung in Deutschland (Bund, Länder, Kommunen)
- Staatsverschuldung in der Europäischen Union (EU)
- Aufsätze zum Thema "Haushaltskonsolidierung & Verschuldung"
- Vorträge/Präsentationen zum Thema "Haushaltskonsolidierung & Verschuldung"
- Blog-Einträge zum Thema "Verschuldung & Haushaltskonsolidierung"
- Zitate für Haushaltsreden zum Thema "Schulden | Staatsverschuldung"
- Zitate für Haushaltsreden zum Thema "Sparen | Haushaltskonsolidierung"


© Andreas Burth, Marc Gnädinger   |   Impressum