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HaushaltsSteuerung.de » Weblog » Aufkommen der Landessteuern im Länder- und Zeitvergleich

Aufkommen der Landessteuern im Länder- und Zeitvergleich
6. Mai 2016  |  Autor: Andreas Burth



Die Steuern des deutschen Staates lassen sich grob untergliedern in die Gemeinschaftsteuern, die Bundessteuern, die Landessteuern und die Gemeindesteuern. Die Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern stehen Bund, Ländern sowie Gemeinden gemeinsam zu. Bei den Bundes-, Landes- und Gemeindesteuern handelt es sich um Steuern, deren Aufkommen der jeweiligen Ebene zufließt. Die Differenzierung wird jedoch nicht immer trennschaft vorgenommen. So wird z.B. die Gewerbesteuer häufig den Gemeindesteuern zugerechnet, obwohl Bund und Länder über die Gewerbesteuerumlage am Gewerbesteueraufkommen beteiligt werden. Man spricht daher im Falle der Gewerbesteuer auch von einer sog. heimlichen Gemeinschaftsteuer.

Die Bundes- und Gemeindesteuern sind jüngst bereits im Rahmen mehrerer Blog-Einträge untersucht worden. Links zu diesen Beiträgen sind auf folgender Seite aufgeführt.

» Blog-Einträge zum Thema "Steuern"
    Hrsg.: HaushaltsSteuerung.de

Außen vor blieben bislang z.B. die Landessteuern. Diese Lücke soll durch den vorliegenden Beitrag geschlossen werden. Die Landesteuern werden dabei sowohl im Zeit- als auch im Ländervergleich betrachtet.

Überblick:
- Die Landessteuern im Steuereinnahmemix der Länder
- Aufkommen des Jahres 2015 im Ländervergleich
- Zeitliche Entwicklung des Aufkommens der Landessteuern
- Weitere Informationen



Die Landessteuern im Steuereinnahmemix der Länder

Die Landessteuern sind ein Teil des Steuereinnahmemix der Länder (im Folgenden jeweils nach Steuerverteilung und ohne Gemeindesteuereinnahmen der Stadtstaaten). Im Vergleich zu den sonstigen Steuereinnahmen machen die Landessteuern jedoch nur einen kleineren Teil des Gesamtwerts aus. Von den gesamten Steuereinnahmen der Länder in Höhe von 267,94 Mrd. Euro entfallen im Jahr 2015 lediglich 20,34 Mrd. Euro bzw. 7,59 Prozent auf die Landessteuern. Im Ländervergleich ist der Anteil gleichwohl heterogen. Die Spannweite reicht in den Flächenländern von 2,56 Prozent in Sachsen-Anhalt bis 10,36 Prozent in Schleswig-Holstein. In den Stadtstaaten ist eine Spannweite von 5,75 Prozent in Bremen bis 12,14 Prozent in Hamburg zu beobachten.

Unter die sonstigen Steuereinnahmen der Länder fallen z.B. der Landesanteil an der Lohn- und veranlagten Einkommensteuer mit 96,68 Mrd. Euro (36,08 Prozent), der Landesanteil an den Steuern vom Umsatz (Umsatzsteuer und Einfuhrumsatzsteuer) mit 95,54 Mrd. Euro (35,66 Prozent), der Landesanteil an den nicht veranlagten Steuern vom Ertrag und der Körperschaftsteuer mit 18,76 Mrd. Euro (7,00 Prozent) und die Bundesergänzungszuweisungen mit 10,04 Mrd. Euro (3,75 Prozent). Die vorstehenden Werte in Klammern repräsentieren den Prozentanteil am Gesamtwert der Länder.

Anteil der Landessteuern an den gesamten Steuereinnahmen der 16 Länder (nach Steuerverteilung und ohne Gemeindesteuereinnahmen der Stadtstaaten) im Jahr 2015



Aufkommen des Jahres 2015 im Ländervergleich

Wie aus Tabelle 1 deutlich wird, verzeichnen die Stadtstaaten tendenziell höhere Einnahmen aus den Landessteuern als die Flächenländer. Merkliche Spannweiten im Pro-Kopf-Aufkommen sind indes sowohl in der Gruppe der Flächenländer als auch in der Gruppe der Stadtstaaten festzustellen. Die aufkommensstärksten Landessteuern sind die Grunderwerbsteuer und die Erbschaftsteuer.

Ländervergleich: Kassenmäßiges Pro-Kopf-Aufkommen der originären Landessteuern der 16 Bundesländer im Jahr 2015 (in Euro je Einwohner)

Für Ländervergleiche eignen sich Pro-Kopf-Werte besser als absolute Werte, da Unterschiede in der Einwohnerzahl bei Pro-Kopf-Betrachtungen den Vergleich nicht verzerren können. Absolute Zahlen zum Volumen der Landessteuern finden Sie nachrichtlich in Tabelle 2.

Ländervergleich: Kassenmäßiges Aufkommen der originären Landessteuern der 16 Bundesländer im Jahr 2015 (in Mio. Euro)



Zeitliche Entwicklung des Aufkommens der Landessteuern

Neben Ländervergleichen liefern auch Zeitvergleiche interessante Erkenntnisse zu den Landessteuern. Ein Zeitvergleich wird im Folgenden für diejenigen Steuerarten durchgeführt, deren Aufkommen in allen betrachteten Jahren (d.h. 2007 bis 2015) bei mindestens 300 Mio. Euro liegt. Ergänzend wird die Kraftfahrzeugsteuer untersucht.

Das Volumen der Landessteuern lag in den Jahren 2007 und 2008 über 20 Mrd. Euro. Von 2008 auf 2009 und von 2009 auf 2010 sind die Einnahmen der Länder aus den Landessteuern erheblich zurückgegangen. Der Hauptgrund für diese Reduktion im Steueraufkommen ist der Wegfall der Kraftfahrzeugsteuer (siehe unten). In den Jahren ab 2010 haben sich die Einnahmen aus den Landessteuern stetig erhöht. Im Vergleich der Jahre 2010 und 2015 ist ein Zuwachs von 67,45 Prozent festzustellen.

Entwicklung des Aufkommens der gesamten Landessteuern in der Summe der 16 Bundesländer im Zeitraum 2007 bis 2015 (in Mio. Euro)

Die Kraftfahrzeugsteuer war bis zum 30.6.2009 eine Landessteuer und ist seit dem 1.7.2009 eine Bundessteuer. Aus diesem Grund wird das Aufkommen der Kraftfahrzeugsteuer ab der zweiten Jahreshälfte 2009 nicht mehr bei den Landessteuern, sondern bei den Bundessteuern erfasst.

Bis 2008 haben die Länder ein Aufkommen aus der Kraftfahrzeugsteuer von etwas weniger als 9 Mrd. Euro vereinnahmt (blaue Säulen). Im ersten Halbjahr 2009 (blaue Säule), als die Steuer noch zu den Landessteuern zählte, waren es rund 4,4 Mrd. Euro. Ab dem zweiten Halbjahr 2009 fließt das Aufkommen dem Bund zu (rote Säulen). Zum Ausgleich für die wegfallenden Einnahmen aus der Kraftfahrzeugsteuer erhalten die Länder vom Bund die sog. Kraftfahrzeugsteuer-Kompensation (grüne Säulen). Die Kraftfahrzeugsteuer-Kompensation ist in obiger Abbildung 2 nicht erfasst, was die starken Rückgänge im Aufkommen der Landessteuern erklärt.

Bei direkter Gegenüberstellung der Kraftfahrzeugsteuer-Kompensation einerseits (grüne Säulen) und der Bundeseinnahmen aus der Kraftfahrzeugsteuer andererseits (rote Säulen) fällt auf, dass die Länder in allen betrachteten Jahren höhere Kompensationsmittel erhalten haben, als sie ceteris paribus vereinnahmt hätten, wenn sie die Kraftfahrzeugsteuer noch eine Landessteuer wäre.

Entwicklung des Aufkommens der Kraftfahrzeugsteuer (als Landessteuer und als Bundessteuer) sowie der Kraftfahrzeugsteuer-Kompensation für die Summe der 16 Bundesländer im Zeitraum 2007 bis 2015 (in Mio. Euro)

Das Aufkommen der Erbschaftsteuer hat sich im direkten Vergleich der Jahre 2007 und 2015 um 49,65 Prozent erhöht. Ein Großteil der Zuwächse entfällt auf die beiden letzten Vorjahresvergleiche. Von 2008 bis 2011 ging das Aufkommen um 11,01 Prozent zurück.

Entwicklung des Aufkommens der Erbschaftsteuer in der Summe der 16 Bundesländer im Zeitraum 2007 bis 2015 (in Mio. Euro)

Bei der Grunderwerbsteuer ist zu Beginn des Betrachtungszeitraums zunächst ein Aufkommensrückgang festzustellen. Dieser fällt in die Jahre der Finanz- und Wirtschaftskrise. In den Folgejahren hat sich das Aufkommen jedoch wieder erholt. Im Vergleich der Jahre 2009 und 2015 ist ein Zuwachs von 131,61 Prozent zu beobachten. Über den gesamten Analysezeitraum (d.h. 2007 bis 2015) beträgt der Anstieg 61,80 Prozent. Die deutlichen Aufkommenszuwächse erklären sich u.a. auch durch die in vielen Ländern zu beschlossenen Erhöhungen der Steuersätze.

Entwicklung des Aufkommens der Grunderwerbsteuer in der Summe der 16 Bundesländer im Zeitraum 2007 bis 2015 (in Mio. Euro)

Die Einnahmen aus der Lotteriesteuer sind bis 2010 zunächst gesunken. Nach 2010 ist ein leichter Wachstumstrend (mit einzelnen Rückgängen in Vorjahresvergleichen) festzustellen. Unter direkter Gegenüberstellung der Jahre 2007 und 2015 hat sich das Aufkommen der Lotteriesteuer um 13,14 Prozent verringert.

Entwicklung des Aufkommens der Lotteriesteuer in der Summe der 16 Bundesländer im Zeitraum 2007 bis 2015 (in Mio. Euro)

Für die Feuerschutzsteuer zeigt sich im Zeitablauf eine Wachstumstendenz. Ein im Vorjahresvergleich rückläufiges Aufkommen ist nur für das Jahr 2009 zu beobachten. Von 2007 auf 2015 sind die Steuereinnahmen aus der Feuerschutzsteuer um 29,43 Prozent angestiegen.

Entwicklung des Aufkommens der Feuerschutzsteuer in der Summe der 16 Bundesländer im Zeitraum 2007 bis 2015 (in Mio. Euro)

Die Einnahmen aus der Biersteuer sind seit 2007 tendenziell gefallen. Lediglich im Vergleich der Jahre 2013 und 2014 zeigt sich ein leichter Anstieg. Im Direktvergleich der Jahre 2007 und 2015 ist eine Aufkommensreduktion von 10,62 Prozent festzustellen.

Entwicklung des Aufkommens der Biersteuer in der Summe der 16 Bundesländer im Zeitraum 2007 bis 2015 (in Mio. Euro)



Weitere Informationen

Zusätzliche Informationen zu den Finanzen der Bundesländer können Sie auf HaushaltsSteuerung.de z.B. über nachstehende Seiten abrufen.

» Haushaltsuhren der Länder
    Hrsg.: HaushaltsSteuerung.de

» Verschuldung der Länder im Vergleich
    Hrsg.: HaushaltsSteuerung.de

» Bund-Länder-Finanzausgleich in Deutschland
    Hrsg.: HaushaltsSteuerung.de





©  Andreas Burth, Marc Gnädinger