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HaushaltsSteuerung.de » Weblog » Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 2|6): Demographische Struktur

Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 2|6): Demographische Struktur
2. Juni 2015  |  Autor: Andreas Burth



Die demographische Struktur ist eine wichtige Determinante der aktuellen und zukünftigen Einzahlungs-/Ertragspotenziale und Auszahlungs-/Aufwandsnotwendigkeiten der Kommunen. Sie entfalten damit eine besondere Relevanz für die Steuerung der Kommunalfinanzen. Der vorliegende zweite Teil der Beitragsreihe zu den Gemeinden des Saarlandes umfasst ein einzelgemeindliches Datenangebot mit verschiedenen Kenngrößen zur demographischen Entwicklung und Struktur der 52 kreisangehörigen Städte und Gemeinden im Saarland.

Überblick:
- Methodische Anmerkungen und Begriffsbestimmungen
- Bevölkerungsentwicklung
- Geburten, Sterbefälle, Zuzüge und Fortzüge
- Altersstruktur
- Die Beitragsreihe im Überblick
- Weitere Informationen



Methodische Anmerkungen und Begriffsbestimmungen

Die verwendeten Daten zur demographischen Struktur sind der Online-Datenbank des Wegweisers Kommune der Bertelsmann Stiftung entnommen worden (Link siehe unten). Stichtagswerte beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf den 31.12. des jeweiligen Jahres. Falls bei einzelnen Kenngrößen keine Werte ausgewiesen werden (k.A.), liegen die Gründe hierfür entweder in unzureichender Vergleichbarkeit oder fehlender Verfügbarkeit der Daten. Für weitere Details sei auf folgende PDF-Datei verwiesen.

» Wegweiser Kommune
    Hrsg.: Bertelsmann Stiftung

» Aktualisierung der Bevölkerungsvorausberechnung - Methodische Erläuterungen (März
    2015)

    Hrsg.: Bertelsmann Stiftung

Kurzbeschreibung der verwendeten Indikatoren zum Themenfeld 'Demographische Struktur'



Bevölkerungsentwicklung

Im Vergleich zu 2011 haben die meisten Gemeinden einen Einwohnerrückgang zu verzeichnen. Nur Kirkel, Perl, Saarbrücken und Saarlouis haben in diesem Zeitraum keine Einwohner verloren. Für den Zeitraum bis 2030 wird lediglich für Perl ein Bevölkerungszuwachs erwartet.

Die erwartete Bevölkerungsentwicklung ist ein Indiz dafür, in welchem Maße künftig z.B. bestimmte Infrastrukturen vorgehalten werden müssen. Gerade in Gemeinden mit rückläufiger Bevölkerungszahl (was im Saarland der Regelfall ist) geht es perspektivisch darum, das Infrastrukturportfolio an die veränderten Bedürfnisse einer quantitativ kleineren und i.d.R. auch älteren Bevölkerung anzupassen. Leistungen, die v.a. von jüngeren Menschen wahrgenommen werden (z.B. Kindertagesstätten), würden in diesem Fall tendenziell eher zurückgebaut als ausgebaut werden. Umgekehrt kann es zu einem Ausbau der Leistungen für ältere Menschen kommen (z.B. barrierefreie Infrastruktur).

Neben der Leistungsseite hat die Bevölkerungsveränderung auch Konsequenzen für die Ertrags-/Einzahlungsseite. So verändern sich beispielsweise die Zuweisungen aus dem
kommunalen Finanzausgleich und der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit der Einwohnerzahl.

Relative Bevölkerungsentwicklung in den 52 kreisangehörigen Städten und Gemeinden im Saarland



Geburten, Sterbefälle, Zuzüge und Fortzüge

Die höchste Geburtenrate im Saarland hat Dillingen/Saar mit 8,6 Geburten je 1.000 Einwohner. Die Kommune hat zugleich aber auch eine überdurchschnittlich hohe Sterbefallrate, weshalb der natürliche Saldo nicht in Dillingen/Saar, sondern in Lebach am besten ist. In obiger Tabelle 2 ist für Perl festgestellt worden, dass die Bevölkerung dort eher zu- als abnimmt. Die Übersicht über die Geburten, Sterbefälle, Zuzüge und Fortzüge offenbart eine der Ursachen: Der stark positive Wanderungssaldo. Der Wanderungssaldo von Perl ist zugleich mit großem Abstand der beste im Saarland. Den ungünstigsten Wanderungssaldo hat Freisen.

Die Geburtenrate und die Sterbefallrate haben Auswirkungen auf die Kommunalfinanzen. Beispielsweise hängen mit Krankenhäusern, Kindertagesstätten, Friedhöfen etc. mehrere kommunale Leistungen unmittelbar mit diesen natürlichen Bevölkerungsveränderungen zusammen. Migrationsbedingte Veränderungen haben ihrerseits ebenfalls Folgen für die Kommunalfinanzen. So beispielsweise die Aufwendungen für das Meldewesen und die Integration neuer Bürger (insb. für den Fall vieler ausländischer Zuwanderer). Nicht zuletzt haben Geburten, Sterbefälle, Zuzüge und Fortzüge auch Auswirkungen auf die Zuweisungen aus dem Finanzausgleich und den Gemeindeanteil an der Einkommensteuer.

Geburten, Sterbefälle, Zuzüge und Fortzüge in den 52 kreisangehörigen Städten und Gemeinden im Saarland im Jahr 2013



Altersstruktur

Die im Durchschnitt jüngste Bevölkerung im Saarland hat die Gemeinde Perl. Die Einwohner in Kleinblittersdorf haben im interkommunalen Vergleich das höchste Durchschnittsalter.

Die in der Tabelle vorgenommene Gruppierung in verschiedene Altersgruppen findet ihr Motiv in dem Umstand, dass diese in unterschiedlichem Maße kommunale Leistungen in Anspruch nehmen bzw. über Steuern, Gebühren, Beiträge etc. zur Finanzierung der Leistungserbringung beitragen. So ist die Gruppe der unter 18-Jährigen bzw. unter 20-Jährigen dadurch geprägt, dass sie in Form von Kindertagesstätten, Jugendhäusern, Jugendsozialarbeit, Schulen etc. vornehmlich kommunale Leistungen in Anspruch nimmt, aber in geringem Maße zu deren Finanzierung beiträgt. Die Finanzierung wird wiederum schwerpunktmäßig durch die erwerbstätigen Personen von 18 bzw. 20 bis unter 65 Jahren geleistet. Kommunale Leistungen, die überdurchschnittlich stark die Erwerbstätigen betreffen, sind z.B. die kommunalen Straßen, die Verkehrsüberwachung sowie die Tourismus- und Wirtschaftsförderung. Ältere Bürger tragen über Gebühren, Beiträge und Steuern weiterhin (wenngleich z.T. in geringerem Maße) zur Finanzierung der Kommunen bei. Kommunale Leistungen, die typischerweise verstärkt von älteren Menschen wahrgenommen werden, sind z.B. die Bereiche barrierefreie Infrastruktur, Kur und Krankenhäuser. Allgemein gilt, dass je höher der Jugend- und der Altenquotient sind, desto höher sind auch die Versorgungsaufgaben für die mittlere, erwerbsfähige Generation.

Altersstruktur der 52 kreisangehörigen Städte und Gemeinden im Saarland im Jahr 2013



Die Beitragsreihe im Überblick

Die Abbildung gibt Ihnen einen Überblick über die anderen fünf Teile der Beitragsreihe zu den Gemeinden des Saarlandes. In der Abbildung sind die einzelnen Beiträge anklickbar, wobei die Anklickfunktion jeweils erst freigeschaltet wird, sobald der betreffende Blog-Eintrag veröffentlicht worden ist.

Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 1|6): Einführung und Grunddaten Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 2|6): Demographische Struktur Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 3|6): Beschäftigung und soziale Lage Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 4|6): Wichtige Einzahlungsarten Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 5|6): Wichtige Auszahlungsarten Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 6|6): Verschuldung Überblick über die Beitragsreihe (Teil 2|6)



Weitere Informationen

Ergänzende Informationen zu den Kommunalfinanzen und den Kommunalstrukturen im Saarland können Sie über folgende Seiten abrufen.

» Vergleich der Ergebnishaushalte und Realsteuerhebesätze 2014 der 52 Gemeinden im
    Saarland, Blog-Eintrag vom 13. November 2014

    Autor: Andreas Burth

» Schulden-Ranking der 52 kreisangehörigen Städte und Gemeinden im Saarland,
    Blog-Eintrag vom 5. August 2014

    Autor: Andreas Burth

» Schulden-Ranking der 295 Landkreise in Deutschland, Blog-Eintrag vom 3. August 2014
    Autor: Andreas Burth

» Kommunale Steuereinnahmen 2014 im Ländervergleich, Blog-Eintrag vom 20. Mai 2015
    Autor: Andreas Burth

» Kommunale Investitionsausgaben 2014 im Ländervergleich, Blog-Eintrag vom 24. Mai
    2015

    Autor: Andreas Burth

» Kommunale Einnahmen und Ausgaben 2014 nach Arten im Ländervergleich, Blog-Eintrag
    vom 10. Mai 2015

    Autor: Andreas Burth

» Kommunalstrukturen in Deutschland im Ländervergleich, Blog-Eintrag vom 5. Mai 2015
    Autor: Andreas Burth





©  Andreas Burth, Marc Gnädinger