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HaushaltsSteuerung.de » Weblog » Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 3|6): Beschäftigung und soziale Lage

Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 3|6): Beschäftigung und soziale Lage
4. Juni 2015  |  Autor: Andreas Burth



Das Erwerbsleben und die soziale Lage in der Kommune wirken über die Ertrags-/Einzahlungsseite und auch die Aufwands-/Auszahlungsseite direkt und indirekt auf die kommunale Finanzsituation ein. Die bestehenden Rahmenbedingungen in diesem Bereich sind damit ebenfalls relevant für einen möglichst umfassenden Vergleich der Situation der saarländischen Kommunen. Der vorliegende dritte Teil der Beitragsreihe untersucht vor diesem Hintergrund zu den Städten und Gemeinden des Landes Saarland verschiedene Indikatoren aus dem Themenfeld "Beschäftigung und sozialen Lage".

Überblick:
- Methodische Anmerkungen und Begriffsbestimmungen
- Arbeitslosigkeit
- Beschäftigungsquoten
- Beschäftigungsanteile nach Sektoren
- Kinder-, Jugend- und Altersarmut
- Die Beitragsreihe im Überblick
- Weitere Informationen



Methodische Anmerkungen und Begriffsbestimmungen

Die analysierten Daten aus dem Themenfeld "Beschäftigung und soziale Lage" sind der Online-Datenbank des Wegweisers Kommune der Bertelsmann Stiftung entnommen worden (Link siehe unten). Stichtagswerte beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf den 31.12. des jeweiligen Jahres. Für den Fall, dass bei einzelnen Kenngrößen keine Werte ausgewiesen werden (k.A.), liegen die Gründe hierfür entweder in unzureichender Vergleichbarkeit oder fehlender Verfügbarkeit der Daten.

» Wegweiser Kommune
    Hrsg.: Bertelsmann Stiftung

Kurzbeschreibung der verwendeten Indikatoren zum Themenfeld 'Beschäftigung und soziale Lage'



Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit ist ein Indikator für soziale Belastungen in der betreffenden Kommune. Im Vergleich der 52 Städte und Gemeinden zeigt sich ein sehr heterogenes Bild. Der Arbeitslosenanteil variiert im Saarland zwischen 4,6 Prozent in Tholey und Mandelbachtal und 15,5 Prozent in Neunkirchen. Bei den ausländischen Erwerbspersonen ist der Arbeitslosenanteil in allen Kommunen, zu denen Daten verfügbar sind, höher als bei der gesamten Erwerbsbevölkerung. Diese Beobachtung deutet auf Probleme bei der Integration der ausländischen Bevölkerung in das Erwerbsleben hin. Die jungen Erwerbspersonen (unter 25 Jahren) sind leicht unterdurchschnittlich häufig arbeitslos.

Arbeitslosigkeit im Jahr 2013 in den 52 kreisangehörigen Städten und Gemeinden im Saarland



Beschäftigungsquoten

Die Beschäftigungsquote ist ein Indikator für die Beteiligung der Bevölkerung am Arbeitsmarkt. Die Frauen-Beschäftigungsquote und die Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen sind (erwartungsgemäß) in allen Städten und Gemeinden niedriger als die allgemeine Beschäftigungsquote, wobei die Frauen-Beschäftigungsquote höher ist als die Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen. Die Frauen-Beschäftigungsquote ist ein Indikator für die Einbindung von Frauen in das Berufsleben sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen zeigt die Chancen Älterer am Arbeitsmarkt auf.

Beschäftigungsquoten 2013 in den 52 kreisangehörigen Städten und Gemeinden im Saarland



Beschäftigungsanteile nach Sektoren

Die sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen können in unterschiedlichen Branchen tätig sein. Man unterscheidet grob zwischen drei Sektoren. Der primäre Sektor umfasst die Fischerei, Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Für die Kommunalfinanzen ergeben sich aus diesem Sektor u.a. Erträge aus der
Jagd- und Fischereisteuer (betrifft allerdings weniger die Gemeindefinanzen als vielmehr die Kreisfinanzen), der Grundsteuer A und den Erträgen aus der Forstwirtschaft. Der primäre Sektor hat in den letzten Jahrzehnten stetig an Bedeutung verloren und ist heute in den meisten Kommunen als nachrangig einzustufen.

Der sekundäre Sektor beinhaltet die Bereiche Bergbau, verarbeitendes Gewerbe, Bau und Energie. Der sekundäre Sektor generiert (ähnlich wie auch der tertiäre Sektor (Dienstleistungssektor)) für die Gemeinden Erträge aus der Grundsteuer B, der Gewerbesteuer und indirekt auch aus dem Einkommensteuer- und Umsatzsteueranteil. Unternehmen ziehen Arbeitskräfte und damit auch Einwohner an. Hieraus ergeben sich für die Gemeinde zusätzlich z.B. auch Erträge über Zuweisungen aus dem kommunalen Finanzausgleich. Relevant im Hinblick auf die Gewerbesteuer ist, dass die Unternehmen des sekundären Sektors tendenziell schwieriger den Standort verlagern können als Unternehmen im tertiären Sektor. Relevant ist dies u.a. im Hinblick auf die Gewerbesteuer-Hebesatzpolitik.

Beschäftigungsanteile nach Sektoren im Jahr 2013 in den 52 kreisangehörigen Städten und Gemeinden im Saarland



Kinder-, Jugend- und Altersarmut

Die Indikatoren für Kinder- und Jugendarmut weisen auf soziale Probleme und die Zukunftschancen der Kinder und Jugendlichen hin. Die Altersarmut ist eine Kenngröße für die Unterstützungsbedürftigkeit der Personen ab 65 Jahren. Die Spannweite bei der Kinderarmut reicht von 4,8 Prozent in Tholey bis 30,6 Prozent in Saarbrücken. Bei der Jugendarmut liegt der niedrigste Wert bei 2,2 Prozent in Mandelbachtal und der höchste Wert bei 22,6 Prozent in Saarbrücken. Auch bei der Altersarmut nimmt Saarbrücken den schlechtesten Platz ein (7,5 Prozent). Die geringste Altersarmut verzeichnet Schwalbach mit 1,4 Prozent.

Für die Kommunalfinanzen ergeben sich aus einem hohen Armutsniveau ebenfalls finanzielle Folgen. Einerseits können die Erträge niedriger ausfallen. Beispielhaft sei verwiesen auf eine mögliche Einkommensstaffelung bei Kita-Gebühren und ermäßigte Eintrittsgelder für Schwimmbäder, Museen etc. Andererseits kann auch die Aufwandsseite durch einzelne Leistungsangebote zusätzlich belastet sein. Dies können z.B. verschiedene Beratungsangebote wie die Drogen- und Suchtberatung sein. Auch Zuschüsse für Ferienspiele und Seniorennachmittage, die sich v.a. an besagte Zielgruppen richten, können beispielhaft genannt werden.

Kinder-, Jugend- und Altersarmut im Jahr 2013 in den 52 kreisangehörigen Städten und Gemeinden im Saarland



Die Beitragsreihe im Überblick

Die Abbildung gibt Ihnen einen Überblick über die anderen fünf Teile der Beitragsreihe zu den Gemeinden des Saarlandes. In der Abbildung sind die einzelnen Beiträge anklickbar, wobei die Anklickfunktion jeweils erst freigeschaltet wird, sobald der betreffende Blog-Eintrag veröffentlicht worden ist.

Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 1|6): Einführung und Grunddaten Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 2|6): Demographische Struktur Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 3|6): Beschäftigung und soziale Lage Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 4|6): Wichtige Einzahlungsarten Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 5|6): Wichtige Auszahlungsarten Die Gemeinden des Saarlandes im Vergleich (Teil 6|6): Verschuldung Überblick über die Beitragsreihe (Teil 3|6)



Weitere Informationen

Ergänzende Informationen zu den Kommunalfinanzen und den Kommunalstrukturen im Saarland können Sie über folgende Seiten abrufen.

» Vergleich der Ergebnishaushalte und Realsteuerhebesätze 2014 der 52 Gemeinden im
    Saarland, Blog-Eintrag vom 13. November 2014

    Autor: Andreas Burth

» Schulden-Ranking der 52 kreisangehörigen Städte und Gemeinden im Saarland,
    Blog-Eintrag vom 5. August 2014

    Autor: Andreas Burth

» Schulden-Ranking der 295 Landkreise in Deutschland, Blog-Eintrag vom 3. August 2014
    Autor: Andreas Burth

» Kommunale Steuereinnahmen 2014 im Ländervergleich, Blog-Eintrag vom 20. Mai 2015
    Autor: Andreas Burth

» Kommunale Investitionsausgaben 2014 im Ländervergleich, Blog-Eintrag vom 24. Mai
    2015

    Autor: Andreas Burth

» Kommunale Einnahmen und Ausgaben 2014 nach Arten im Ländervergleich, Blog-Eintrag
    vom 10. Mai 2015

    Autor: Andreas Burth

» Kommunalstrukturen in Deutschland im Ländervergleich, Blog-Eintrag vom 5. Mai 2015
    Autor: Andreas Burth





©  Andreas Burth, Marc Gnädinger