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HaushaltsSteuerung.de » Weblog » Einnahmen der 16 Bundesländer aus wirtschaftlicher Tätigkeit und aus Zinsen im Jahr 2014 im Vergleich

Einnahmen der 16 Bundesländer aus wirtschaftlicher Tätigkeit und aus Zinsen im Jahr 2014 im Vergleich
7. Oktober 2015  |  Autor: Andreas Burth



Der weit überwiegende Teil der Einnahmen der 16 Bundesländer stammt aus Finanzmitteln, die direkt (z.B. Länderanteil an der Einkommen- und Umsatzsteuer) oder indirekt (z.B. Bundesergänzungszuweisungen) aus Steuern herrühren. Eine detaillierte Analyse zu diesem Teil der Einnahmen der Länder ist jüngst auf HaushaltsSteuerung.de durchgeführt worden (siehe untenstehender Link).

» Einnahmen der 16 Bundesländer im Vergleich, Blog-Eintrag vom 28. September 2015
    Autor: Andreas Burth

Daneben generieren die Länder aber auch noch Einnahmen aus weiteren Quellen, wie z.B. aus wirtschaftlicher Tätigkeit. Unter die Einnahmen aus wirtschaftlicher Tätigkeit fallen typischerweise z.B. Einnahmen aus Lotterie, Lotto und Toto, Konzessionsabgaben, Gewinne aus Unternehmen und Beteiligungen sowie Mieten und Pachten. Nicht zu den Einnahmen aus wirtschaftlicher Tätigkeit zählen die Zinseinnahmen. Die Zinseinnahmen werden separat ausgewiesen.

Analysiert werden im Folgenden die Einnahmen aus wirtschaftlicher Tätigkeit, die die 16 Bundesländer (bei Flächenländern ohne Kommunen) im Jahr 2014 in ihren Kern- und Extrahaushalten (ohne gemeinsame Extrahaushalte) realisieren. Datenquelle ist die Kassenstatistik des Statistischen Bundesamtes. Stadtstaaten und Flächenländer sind aufgrund unterschiedlicher Aufgabenportfolios nicht miteinander vergleichbar. So nehmen Stadtstaaten neben Landesaufgaben auch alle kommunalen Aufgaben selbst wahr, wodurch sich tendenziell auch höhere Einnahmen wirtschaftlicher Tätigkeit ergeben.

Im Vergleich der Flächenländer zeigt sich, dass die westdeutschen Länder tendenziell höhere Pro-Kopf-Einnahmen aus wirtschaftlicher Tätigkeit generieren als die ostdeutschen Länder. Das höchste Niveau der Flächenländer haben 2014 Niedersachsen (135,90 Euro je Einwohner), Schleswig-Holstein (117,40 Euro je Einwohner) und Bayern (115,95 Euro je Einwohner). Mit Mecklenburg-Vorpommern (102,35 Euro je Einwohner) liegt nur ein neues Flächenland über dem Durchschnitt der 13 Flächenländer. Das geringste Niveau aller Flächenländer hat Thüringen mit 27,35 Euro je Einwohner.

Unter den Stadtstaaten erzielt die Freie und Hansestadt Hamburg mit 363,39 Euro je Einwohner die meisten Einnahmen aus wirtschaftlicher Tätigkeit. Die Freie Hansestadt Bremen liegt bei 287,96 Euro je Einwohner. Berlin erreicht lediglich ein Niveau von 199,25 Euro je Einwohner.

Das Gesamtvolumen der Einnahmen aus wirtschaftlicher Tätigkeit beläuft sich in den 16 Bundesländern auf 7,55 Mrd. Euro. Davon entfallen 6,05 Mrd. Euro auf die Flächenländer und 1,51 Mrd. Euro auf die Stadtstaaten.

Pro-Kopf-Einnahmen der Kern- und Extrahaushalte der 16 Bundesländer aus wirtschaftlicher Tätigkeit im Jahr 2014 im Ländervergleich (in Euro je Einwohner)

Bei den Zinseinnahmen der Länder wird in der Kassenstatistik zwischen zwei Arten von Zinseinnahmen differenziert: den Zinseinnahmen vom öffentlichen Bereich (z.B. vom Bund, von anderen Ländern, von Kommunen, von Extrahaushalten des Landes) und den Zinseinnahmen von anderen Bereichen (z.B. von Kreditinstituten). In Abbildung 2 sind die Werte der zwei Zinseinnahmearten aus Platzgründen nicht separat ausgewiesen. In den Flächenländern überwiegen die Zinseinnahmen von anderen Bereichen, in den Stadtstaaten die Zinseinnahmen vom öffentlichen Bereich.

Im Flächenländervergleich hat Nordrhein-Westfalen mit 67,88 Euro je Einwohner die höchsten Pro-Kopf-Zinseinnahmen. Auf einem etwas niedrigeren Niveau liegen Rheinland-Pfalz (61,26 Euro je Einwohner) und Baden-Württemberg (58,24 Euro je Einwohner). Die geringsten Zinseinnahmen haben Sachsen-Anhalt (3,39 Euro je Einwohner), Niedersachsen (3,65 Euro je Einwohner) und das Saarland (6,16 Euro je Einwohner). Tendenziell haben die alten Länder höhere Zinseinnahmen als die neuen Länder.

Bei den Stadtstaaten liegt Bremen mit 199,73 Euro je Einwohner deutlich an der Spitze. Dieses Ergebnis überrascht, zumal Bremen der am höchsten verschuldete Stadtstaat ist. In Anbetracht der hohen Schuldenlast wäre eher ein geringeres Finanzvermögen zu vermuten gewesen. Die Zinseinnahmen von Berlin erreichen im Jahr ein Niveau von 11,37 Euro je Einwohner. Hamburg generiert Zinseinnahmen in Höhe von 85,78 Euro je Einwohner.

Insgesamt erzielen die 16 Bundesländer im Jahr 2014 Zinseinnahmen von 2,88 Mrd. Euro. Hiervon entfallen auf die 13 Flächenländer 2,56 Mrd. Euro und auf die drei Stadtstaaten 0,32 Mrd. Euro.

Pro-Kopf-Zinseinnahmen der Kern- und Extrahaushalte der 16 Bundesländer im Jahr 2014 im Ländervergleich (in Euro je Einwohner)

Weitere Informationen zu den Länderfinanzen sind z.B. auf nachfolgenden Seiten abrufbar.

» Haushaltsuhren der Länder
    Hrsg.: HaushaltsSteuerung.de

» Bund-Länder-Finanzausgleich in Deutschland
    Hrsg.: HaushaltsSteuerung.de

» Staatsverschuldung in Deutschland
    Hrsg.: HaushaltsSteuerung.de





©  Andreas Burth, Marc Gnädinger