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HaushaltsSteuerung.de » Weblog » Einbruch der Gewerbesteuer-Einnahmen 2009 in Zahlen

Einbruch der Gewerbesteuer-Einnahmen 2009 in Zahlen
23. Januar 2011  |  Autor: Marc Gnädinger



Die Gewerbesteuer (netto) ist die wichtigste Steuerquelle der Städte und Gemeinden - zumindest gilt das für die Summe der Kommunen: In einzelnen Kommunen können durchaus andere Steuern (z.B. der Einkommensteueranteil) ein höheres Gewicht im Steuerportfolio haben. Bedingt durch die Finanzkrise sind die Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen in ihrer Summe im Jahr 2009 erheblich eingebrochen. Gleichwohl stellt sich die konkrete Entwicklung sehr unterschiedlich dar, was bereits ein Blick auf einzelne Flächenländer zeigt (siehe Abbildung).

In der Summe der Flächenländer lag der Rückgang des Jahres 2009 gegenüber dem Vorjahr bei -80 Euro je Einwohner. Hessen (-136 Euro je Einwohner) und Baden-Württemberg sowie das Saarland (jeweils -109 Euro je Einwohner) mussten die höchsten Pro-Kopf-Verluste verkraften. Mecklenburg-Vorpommern, das Land mit den niedrigsten Netto-Gewerbesteuereinnahmen im Jahr 2008 wie auch im Jahr 2009, musste hingegen lediglich einen Rückgang von -6 Euro je Einwohner verzeichnen.

Gewerbesteuereinnahmen (netto) der Jahre 2008 und 2009 in Euro je Einwohner nach Flächenländern

Der Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen (netto) erklärt in hohem Maße den Einbruch im Gesamtsteueraufkommen der Kommunen. Hessen und Baden-Württemberg haben sowohl bei der Gewerbesteuer, als auch in Bezug auf die Summe der Steuereinnahmen die höchsten Verluste im Jahr 2009 bei einer Pro-Kopf-Betrachtung hinzunehmen. Auch im Saarland erklärt sich der Steuereinbruch (-128 Euro je Einwohner) gegenüber dem Vorjahr wesentlich über den Gewerbesteuerrückgang (-109 Euro je Einwohner). Für Rheinland-Pfalz, dem Land mit dem dritthöchsten Pro-Kopf-Einbruch bei den Gesamtsteuereinnahmen (netto) im Zeitraum 2008/2009, ist die Erklärungskraft ebenfalls signifikant. Das Gesamtsteueraufkommen ist um -131 Euro je Einwohner eingebrochen, das Gewerbesteueraufkommen (netto) um 69 Euro je Einwohner. Gleichwohl gibt es weitere wichtige Gründe für den Einbruch. Mit Ausnahme der Grundsteuer (A und B) sowie der sonstigen Steuern mussten die Gemeinden und Gemeindeverbände des Landes bei allen weiteren Steuerarten Verluste hinnehmen. Besonders ausgeprägt waren diese im Bereich der Einkommensteueranteile.

In konjunkturellen Flauten erscheinen diejenigen Länder als weniger betroffen, die in geringerem Ausmaß von den Gewerbesteuereinnahmen abhängig sind. Vor dem Hintergrund der Einnahmestabilisierung ist es aus dieser Erkenntnis heraus aus Perspektive einer Kommune erstrebenswert, im eigenen Steuermix stärker auf andere beeinflussbare Steuerarten, namentlich insb. auf die Grundsteuer, zu setzen. Letztere ist in wirtschaftlichen Krisenzeiten stabil und generiert verlässliche Einnahmen. Damit wird das Steuerportfolio weniger verletzlich gegenüber wirtschaftlichen Instabilitäten.

In Bezug auf die Ost-West-Gewerbesteuerdisparitäten hält das Jahr 2009 ein interessantes Novum bereit: Während im Jahr 2008 noch kein ostdeutsches Flächenland an das Gewerbesteueraufkommen (netto) eines West-Flächenlandes heranreicht, ist das im Jahr 2009 anders. Die Kommunen des Landes Sachsen haben ein höheres Pro-Kopf-Gewerbesteueraufkommen, als die Gemeinden in Schleswig-Holstein. Und die Kommunen in Brandenburg ziehen mit 222 Euro je Einwohner mit Schleswig-Holstein gleich. Ob und inwieweit es sich hierbei um einen temporären Effekt handelt, der durch die Finanzkrise bedingt wurde, bleibt abzuwarten.

Bei einer Betrachtung der Brutto-Gewerbesteuereinnahmen pro Kopf weisen die schleswig-holsteinischen Kommunen (283 Euro je Einwohner) auch im Jahr 2009 noch höhere Gewerbesteuereinnahmen aus als die Gemeinden in Sachsen (251 Euro je Einwohner) und Brandenburg (250 Euro je Einwohner). Die schwächere Position von Schleswig-Holstein bei Betrachtung der Netto-Gewerbesteuereinnahmen pro Kopf im Vergleich zu den beiden Ost-Flächenländern resultiert folglich aus einer höheren Pro-Kopf-Gewerbesteuerumlage.





©  Andreas Burth, Marc Gnädinger