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HaushaltsSteuerung.de » Weblog » Prognosen zur Entwicklung der EU-Staatsfinanzen

Prognosen zur Entwicklung der EU-Staatsfinanzen
9. März 2015  |  Autor: Andreas Burth



Die Analysen auf HaushaltsSteuerung.de zu den Finanzen der EU-Mitgliedsstaaten basieren i.d.R. auf statistischen, d.h. vergangenheitsbezogenen Daten. Drei Mal im Jahr veröffentlicht die Europäische Kommission jedoch auch Prognosedaten zur künftigen Entwicklung der Finanzen der EU-Mitglieder. Die Prognosen werden regelmäßig vom "Directorate-General for Economic and Financial Affairs" (DG ECFIN) (dt. "Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen") erstellt und im Internet in englischer Sprache publiziert. Die Prognosen decken insgesamt rund 180 Indikatoren ab.

» Winter Economic Forecast: outlook improved but risks remain
    Hrsg.: Europäische Kommission

Die jüngste Prognose ist von der EU im Februar 2015 veröffentlicht worden und deckt die Jahre 2013 bis 2016 ab. Zur Beurteilung der Finanzlage der EU-Staaten besonders relevant sind - vor dem Hintergrund der Regelungen des Maastricht-Vertrags - das Staatsdefizit und die Staatsverschuldung. Für beide Größen werden Prognosen erstellt. Die Werte werden jeweils in Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) angegeben.

Nach den Bestimmungen des Maastricht-Vertrags sollte der Staatsschuldenstand die Schwelle von 60,0 Prozent des BIP nicht überschreiten. Das Staatsdefizit sollte betragsmäßig nicht über 3,0 Prozent des BIP liegen. Staaten, die die Schwellenwerte überschreiten, sind in der unten stehenden Tabelle im betreffenden Jahr rot markiert; im umgekehrten Fall sind die Werte grün hervorgehoben.

Prognose vom Februar 2015 zur Entwicklung der Lage der Staatsfinanzen der 28 EU-Mitgliedsstaaten für den Zeitraum 2013 bis 2016

Bei den Staatsdefiziten lässt sich laut Prognose im Zeitablauf eine leichte Verbesserungstendenz beobachten. Während 2013 noch zehn EU-Staaten die 3,0-Prozent-Marke überschreiten, sind es 2016 nur noch fünf.

Bei der Staatsverschuldung ist ein eindeutiger Trend nicht zu identifizieren. Kein Staat, der 2013 bei den Staatsschulden bei über 60,0 Prozent des BIP liegt, kann bis 2016 die Schulden auf ein Niveau unterhalb dieses Schwellenwerts reduzieren. Mit Finnland wird ferner ein weiterer Staat 2016 Schulden von über 60,0 Prozent des BIP haben. Im Vergleich der Jahre 2013 und 2016 wird prognostiziert, dass zwölf Staaten ihre Staatsschuldenquote senken, während 16 ihn steigern. Die höchste Reduktion wird in Griechenland und Irland erwartet, die größte Erhöhung in Slowenien und Spanien.

Für Deutschland wird prognostiziert, dass in jedem Jahr leichte Überschüsse realisiert werden. Die deutsche Schuldenquote soll im Zeitablauf stetig sinken, aber über der Maastricht-Grenze von 60,0 Prozent des BIP bleiben. Interessant ist ferner die Prognose für Griechenland: Demnach werden dort ab 2015 Überschüsse realisiert. Außerdem soll der Schuldenstand in den Jahren 2015 und 2016 merklich fallen. Inwiefern die Prognosen für Griechenland wirklich realistisch sind, bleibt abzuwarten. In Anbetracht der aktuellen Diskussionen um die griechischen Staatsfinanzen erscheint die Prognose jedenfalls sehr optimistisch.

Weitere Informationen zur Lage der Staatsfinanzen der EU-Mitgliedsstaaten können Sie z.B. hier abrufen:

» Staatsverschuldung in der EU
    Hrsg.: HaushaltsSteuerung.de

» Schuldenuhren der EU-Mitgliedsstaaten
    Hrsg.: HaushaltsSteuerung.de

» Zinsuhren von Deutschland und Österreich
    Hrsg.: HaushaltsSteuerung.de

» Blog-Einträge zum Thema "Verschuldung & Haushaltskonsolidierung"
    Hrsg.: HaushaltsSteuerung.de





©  Andreas Burth, Marc Gnädinger