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HaushaltsSteuerung.de » Weblog » Doppische Finanzkennzahlen in der wissenschaftlichen Diskussion

Doppische Finanzkennzahlen in der wissenschaftlichen Diskussion
7. Februar 2011  |  Autor: Marc Gnädinger



Die Fallzahl derjenigen Gemeinden und Gemeindeverbände, die auf das neue Haushaltsrecht auf Grundlage der Doppik umstellen, wächst permanent. Mit diesen Neuerungen einher, geht der Wunsch nach aussagekräftigen Finanzkennzahlen auf Basis der Doppik.

Eine Schwierigkeit ist heute noch die Tatsache, dass sich die haushaltsrechtlichen Gegebenheiten zwischen einzelnen Ländern stark unterscheiden. Das fängt bei den verwendeten Begrifflichkeiten an und hört bei der Gliederung von Ergebnis- und Finanzhaushalten sowie der Vermögensrechnung noch längst nicht auf. Dieser Umstand beeinträchtigt heute noch Vergleiche (insb. länderübergreifende Vergleiche) auf Grundlage von Finanzkennzahlen. Selbst innerhalb einzelner Länder ist die Vergleichbarkeit nicht vorbehaltlos gegeben. So gab es zum Beispiel bei der Vermögensbewertung im Rahmen der Eröffnungsbilanzierung gewisse Wahlrechte, weshalb selbst identische Vermögenspositionen mit unterschiedlichen Werten in den Bilanzen stehen können. Selbstverständlich hat das Auswirkungen auf Abschreibungen und damit auf den Ergebnishaushalt etc. Gewiss werden sich die Vergleichbarkeitsprobleme (innerhalb einzelner Länder) über die Zeit zu einem gewissen Teil auswachsen - allerdings nicht in jedem Fall: so werden beispielsweise einzelne Vermögensgegenstände wie Grundstücke nicht abgeschrieben: Unterschiedliche Bewertungen führen hier zu einer dauerhaften Nicht-Vergleichbarkeit der Bilanzen.

Daneben gelten auch für doppische Finanzkennzahlen-Vergleiche einige Regeln, die bereits im Zeitalter der Kameralistik zu beachten waren, wenn nicht die berühmten "Äpfel mit Birnen" vergleichen werden sollten. Übersichten zu notwendigen Bedingungen, die bei Finanzkennzahlen-Vergleichen beachtet werden müssen, finden sich z.B. in folgender Publikation:

» Finanzkennzahlen im interkommunalen Vergleich
    Autoren: Martin Junkernheinrich, Marc Gnädinger

Wissenschaftliche Arbeiten, die sich kritisch mit verschiedenen doppischen Finanzkennzahlen auseinandersetzen, sind derzeit noch eher selten - insb. die Arbeiten von Christian Magin sind in diesem Sinne relevant und besonders erwähnenswert.

» Kommunale Doppik: (Miss-)Verständnisse und Weiterentwicklungen
    Autor: Christian Magin

» Möglichkeiten und Grenzen der Jahresabschlussanalyse mit Kennzahlen eines kommunalen
    Haushalts

    Autor: Christian Magin

Interessant ist ferner die Arbeit von Budäus/Hilgers, die sich insb. mit dem Eigenkapital bzw. der Eigenkapitalquote beschäftigt. Trotz allen Vorbehalten, so eine zentrale Argumentation, kann das Eigenkapital bzw. die Eigenkapitalquote im Rahmen eines Kennzahlensets durchaus eine gewisse Rolle spielen.

» Eigenkapital/Eigenkapitalquote - ein vernachlässigbarer Faktor?
    Autoren: Dietrich Budäus, Dennis Hilgers

Ein umfangreiches Set doppischer Finanzkennzahlen finden Sie auf HaushaltsSteuerung.de unter:
» https://www.haushaltssteuerung.de/finanzkennzahlen-doppik.html





©  Andreas Burth, Marc Gnädinger