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HaushaltsSteuerung.de » Weblog » Zinseinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen in Deutschland

Zinseinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen in Deutschland
26. Mai 2016  |  Autor: Andreas Burth



Der deutsche Staat finanziert seine Aufgabenwahrnehmung aus einer Vielzahl von Quellen. Eine besonders bedeutsame Einnahmequellen sind die Steuern (z.B. Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer). Darüber hinaus verzeichnet der Staat auch Einnahmen aus Zinsen. Die Höhe dieser Zinseinnahmen wird für die Kern- und Extrahaushalte von Bund, Ländern und Kommunen in Deutschland in diesem Beitrag genauer betrachtet. Der Fokus liegt dabei auf dem aktuellsten vorliegenden Datensatz. Dieser entstammt der im Mai 2016 publizierten Kassenstatistik und deckt das Jahr 2015 ab.

Überblick:
- Zinseinnahmen des Bundes
- Zinseinnahmen der Länder
- Zinseinnahmen der Kommunen der Flächenländer
- Weitere Informationen



Zinseinnahmen des Bundes

Die Zinseinnahmen sind in diesem Beitrag die Summe aus den Zinseinnahmen vom öffentlichen Gesamthaushalt (d.h. Gesamtheit der Kern- und Extrahaushalte von Bund, Ländern, Kommunen und gesetzlicher Sozialversicherung) und den Zinseinnahmen von anderen Bereichen (d.h. alle Bereiche mit Ausnahme des öffentlichen Gesamthaushalts). Bei den Zinseinnahmen vom öffentlichen Gesamthaushalt handelt es sich demnach z.B. um den Fall, dass ein Bundesland an den Bund Zinsen entrichtet. Ein Beispiel für Zinseinnahmen von anderen Bereichen ist der Fall, dass der Bund von einem Kreditinstitut Zinsen vereinnahmt.

Im Jahr 2015 belaufen sich die gesamten Zinseinnahmen des Bundes auf 8.749,7 Mio. Euro bzw. 107,76 Euro je Einwohner. Hiervon entfallen 1,57 Prozent auf die Zinseinnahmen vom öffentlichen Gesamthaushalt und 98,43 Prozent auf die Zinseinnahmen von anderen Bereichen.

Tabelle 1 enthält mit den Zinsausgaben und den bereinigten Einnahmen Daten zu zwei Referenzgrößen, mit denen die Zinseinnahmen ins Verhältnis gesetzt werden können. Im Jahr 2015 belaufen sich die gesamten Zinseinnahmen des Bundes demnach auf 29,36 Prozent der gesamten Zinsausgaben. Auf Bundesebene sind die Zinsausgaben folglich merklich höher als die Zinseinnahmen. In Prozent der gesamten bereinigten Einnahmen liegen die gesamten Zinseinnahmen bei 2,42 Prozent. Hieran wird deutlich, dass die Zinseinnahmen aus Sicht des Bundes zwar eine relevante Position sind, sie aber nicht zur Gruppe der wichtigsten Einnahmequellen zählen.

Zinseinnahmen und Vergleichsgrößen für die Kern- und Extrahaushalte des Bundes in Deutschland im Jahr 2015



Zinseinnahmen der Länder

Vorab ist im Kontext der nachfolgenden Ländervergleiche darauf hinzuweisen, dass die Flächenländer (jeweils ohne Kommunen) einerseits und die Stadtstaaten andererseits nicht oder nur sehr eingeschränkt miteinander vergleichbar sind. Grund hierfür ist, dass die Stadtstaaten neben den Landesaufgaben auch die kompletten kommunalen Aufgaben selbst wahrnehmen. Aus den abweichenden Aufgabenportfolios können auch Unterschiede in den einzelnen Einnahme- und Ausgabepositionen resultieren.

Die 13 Flächenländer (ohne Kommunen) haben im Jahr 2015 Zinseinnahmen in Höhe von 2.094,7 Mio. Euro erzielt. Dies entspricht 27,82 Euro je Einwohner. Vom Gesamtwert entfallen 80,87 Prozent auf die Zinseinnahmen von anderen Bereichen und 19,13 Prozent auf die Zinseinnahmen vom öffentlichen Gesamthaushalt. Die höchsten Pro-Kopf-Zinseinnahmen hat Schleswig-Holstein mit 80,33 Euro je Einwohner. Am geringsten fallen die Zinseinnahmen in Niedersachsen aus (5,30 Euro je Einwohner).

Die drei Stadtstaaten kommen auf Zinseinnahmen von 572,4 Mio. Euro (97,11 Euro je Einwohner). 66,95 Prozent sind den Zinseinnahmen von anderen Bereichen und 33,05 Prozent den Zinseinnahmen vom öffentlichen Gesamthaushalt zuzurechnen. Die Freie und Hansestadt Hamburg hat Pro-Kopf-Zinseinnahmen von 224,13 Euro je Einwohner im Jahr 2015. Die Bundeshauptstadt Berlin erreicht ein Niveau von 13,40 Euro je Einwohner. In der Freien Hansestadt Bremen sind es 197,62 Euro je Einwohner.

Ländervergleich über die absolute Höhe und das Pro-Kopf-Niveau der Zinseinnahmen in den Kern- und Extrahaushalten der Bundesländer (Flächenländer (ohne Kommunen) und der Stadtstaaten) in Deutschland im Jahr 2015

Die Zinseinnahmen sind in allen Ländern kleiner als die Zinsausgaben (siehe Tabelle 3). Das (gering verschuldete) Land Sachsen könnte allerdings immerhin 65,50 Prozent der Zinsausgaben durch Zinseinnahmen finanzieren. Im (hoch verschuldeten) Saarland sind es im Vergleich dazu nur 1,54 Prozent der Zinsausgaben. Die Summe der 13 Flächenländer berichtet einen Anteil von 15,48 Prozent. In den Stadtstaaten sind es 17,05 Prozent. Den Höchstwert der Stadtstaaten verzeichnet Hamburg mit 40,36 Prozent. Berlin kommt demgegenüber nur auf einen Wert von 2,84 Prozent. In Bremen sind es 17,64 Prozent.

Wie aus Tabelle 3 ebenfalls ersichtlich ist, finanzieren die Länder nur einen verhältnismäßig kleinen Teil ihrer Haushalte aus Zinseinnahmen. In den Flächenländern reicht die Spannweite von 0,14 Prozent in Niedersachsen bis 1,95 Prozent in Schleswig-Holstein. Die Gesamtheit der Flächenländer bestreitet im Jahr 2015 0,65 Prozent der bereinigten Gesamteinnahmen aus Zinseinnahmen. Bei den Stadtstaaten liegt dieser Wert bei 1,17 Prozent. Während Berlin auf einen Anteil von 0,17 Prozent kommt, sind es in Hamburg 2,42 Prozent und in Bremen 2,37 Prozent.

Ländervergleich von Verhältniskennzahlen (Zinsausgaben, Gesamteinnahmen) zur Höhe der Zinseinnahmen in den Kern- und Extrahaushalten der Bundesländer (Flächenländer (ohne Kommunen) und der Stadtstaaten in Deutschland) im Jahr 2015



Zinseinnahmen der Kommunen der Flächenländer

In diesem Abschnitt wird ein Ländervergleich zum kommunalen Zinseinnahmeniveau durchgeführt. Zu beachten ist dabei, dass Ländervergleiche die Heterogenitäten innerhalb der Länder außen vor lassen. So müssen die Zinseinnahmen innerhalb der kommunalen Familie eines Landes keineswegs gleichmäßig verteilt sein.

Die Kommunen der Flächenländer haben im Jahr 2015 Zinseinnahmen in Höhe von 1.028,1 Mio. Euro zu verzeichnen. Ein Anteil von 44,90 Prozent dieses Werts ist den Zinseinnahmen vom öffentlichen Gesamthaushalt und ein Anteil von 55,10 Prozent den Zinseinnahmen von anderen Bereichen zuzurechnen. Die Spannweite bei den Pro-Kopf-Zinseinnahmen reicht von 2,37 Euro je Einwohner in Sachsen-Anhalt bis 20,44 Euro je Einwohner in Nordrhein-Westfalen.

Ländervergleich über die absolute Höhe und das Pro-Kopf-Niveau der Zinseinnahmen in den Kern- und Extrahaushalten der Kommunen der Flächenländer in Deutschland im Jahr 2015

Die gesamten kommunalen Zinseinnahmen reichen rein rechnerisch in keinem Flächenland, um die gesamten kommunalen Zinsausgaben zu decken (bei einzelnen Kommunen kann dies aber durchaus anders sein). Den geringsten Wert berichtet Sachsen-Anhalt mit Zinseinnahmen in Höhe von 7,66 Prozent der Zinsausgaben. Demgegenüber sind es in Brandenburg 60,13 Prozent. Die Summe der Kommunen der Flächenländer liegt bei 25,50 Prozent.

Der Anteil der Zinseinnahmen an den bereinigten Einnahmen weist eine Streuung von 0,08 Prozent in Sachsen-Anhalt bis 0,61 Prozent in Nordrhein-Westfalen auf. In der Gesamtheit der Kommunen der Flächenländer machen die Zinseinnahmen 0,45 Prozent der bereinigten Einnahmen aus. Die Zinseinnahmen sind damit für die Kommunen i.d.R. als eine Einnahmequelle von untergeordneter Bedeutung einzustufen.

Ländervergleich von Verhältniskennzahlen (Zinsausgaben, Gesamteinnahmen) zur Höhe der Zinseinnahmen in den Kern- und Extrahaushalten der Kommunen der Flächenländer in Deutschland im Jahr 2015



Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den Zinseinnahmen und zum Finanzvermögen der deutschen Gebietskörperschaften sind auf HaushaltsSteuerung.de z.B. unter folgendem Link abrufbar.

» Blog-Einträge zum Thema "Finanzvermögen"
    Hrsg.: HaushaltsSteuerung.de





©  Andreas Burth, Marc Gnädinger