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HaushaltsSteuerung.de » Weblog » Kernhaushalts- und Eigenbetriebsschulden der Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg zum 31.12.2014

Kernhaushalts- und Eigenbetriebsschulden der Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg zum 31.12.2014
25. September 2015  |  Autor: Andreas Burth



Die Gemeindefinanzen in Baden-Württemberg werden in Deutschland gemeinhin zu den stabileren gezählt. Insbesondere bei einer reinen Betrachtung der Kernhaushalte sind die Schulden der baden-württembergischen Städte und Gemeinden als sehr niedrig zu kategorisieren. Werden allerdings zu den Kernhaushaltsschulden auch die Schulden aller Auslagerungen (manchmal auch als "Schattenhaushalte" bezeichnet) gerechnet, hat die kommunale Familie Baden-Württembergs im Ländervergleich einen leicht überdurchschnittlich hohen Schuldenstand (siehe z.B. folgender Blog-Eintrag).

» Auslagerungsgrad der kommunalen Verschuldung zum 31.12.2014 im Ländervergleich,
    Blog-Eintrag vom 22. August 2015

    Autor: Andreas Burth

Interessant ist vor diesem Hintergrund ein detaillierterer Blick auf die Schuldenstände der einzelnen Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg stellt derartige Daten auch online bereit, wenngleich darauf hinzuweisen ist, dass darin mit den Eigenbetrieben nur einer von mehreren Auslagerungstypen enthalten ist.

Überblick:
- Methodische Anmerkungen
- Schulden der neun kreisfreien Städte (Stadtkreise) in Baden-Württemberg
- Schulden der kreisangehörigen Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg
- Fazit
- Weitere Informationen



Methodische Anmerkungen

Der verwendete Datensatz des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg umfasst Schuldendaten zu den insgesamt 1.101 Städten und Gemeinden (davon neun kreisfreie Städte und 1.092 kreisangehörige Städte und Gemeinden). Erfasst sind die
Wertpapierschulden, Kredite und Kassenkredite, die die Kernhaushalte und Eigenbetriebe beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich aufgenommen haben. Nicht betrachtet werden die Schulden der Landkreise.

Baden-Württemberg hat von allen Flächenländern den höchsten Auslagerungsgrad in der Kommunalverschuldung. Gerade einwohnerstärkere Körperschaften (z.B. kreisfreie Städte, größere kreisangehörige Städte) erbringen typischerweise besonders viele Aufgaben in Auslagerungen. Schulden können z.B. in Eigenbetrieben, Zweckverbänden, GmbHs oder Anstalten des öffentlichen Rechts verortet sein. Mit den Eigenbetrieben wird hier nur eine Auslagerungsform betrachtet. Der hier ausgewiesene Schuldenstand ist damit niedriger als der tatsächliche Schuldenstand der Städte und Gemeinden. Bitte beachten Sie diese Limitation in der Datenverfügbarkeit bei der Interpretation der Schuldenstände.

In Baden-Württemberg gibt es sowohl kreisfreie Städte (dort auch als Stadtkreise bezeichnet) als auch kreisangehörige Städte und Gemeinden. Im vorliegenden Beitrag werden die beiden Kommunaltypen getrennt betrachtet, da sie nur sehr eingeschränkt miteinander vergleichbar sind. So nehmen kreisfreie Städte neben den Aufgaben der kreisangehörigen Städte und Gemeinden auch das komplette Portfolio der Kreisaufgaben wahr. Aber auch der kreisangehörige Raum selbst ist nicht vollständig vergleichbar. So ist z.B. die Gemeinde Böllen mit 96 Einwohnern kaum sinnvoll mit der Stadt Reutlingen mit 111.866 Einwohnern zu vergleichen. Größere Gemeinden nehmen beispielsweise häufiger zentralörtliche Funktionen wahr. Es bietet sich daher an, für den kreisangehörigen Raum eine Differenzierung nach Einwohner-Größenklassen vorzunehmen. Insgesamt sind fünf Größenklassen gebildet worden:

- bis 2.999 Einwohner: 350 Städte und Gemeinden
- 3.000 bis 4.999 Einwohner: 243 Städte und Gemeinden
- 5.000 bis 9.999 Einwohner: 262 Städte und Gemeinden
- 10.000 bis 19.999 Einwohner: 147 Städte und Gemeinden
- ab 20.000 Einwohner: 90 Städte und Gemeinden

In ihrer Summe haben die 1.101 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg Schulden in Höhe von 12,35 Mrd. Euro bzw. 1.157 Euro je Einwohner (bei 10.672.496 Einwohnern zum 30.6.2014). Vom Gesamtschuldenstand entfallen 25,15 Prozent auf die neun kreisfreien Städte (3,11 Mrd. Euro bzw. 1.536 Euro je Einwohner) und 74,85 Prozent auf die 1.092 kreisangehörigen Städte und Gemeinden (9,25 Mrd. Euro bzw. 1.065 Euro je Einwohner). Der Anteil der Kernhaushaltsschulden liegt hier bei 39,06 Prozent, während die Eigenbetriebsschulden 60,94 Prozent des Gesamtschuldenstandes ausmachen. Gläubiger der baden-württembergischen Städte und Gemeinden sind zumeist Einheiten des nicht-öffentlichen Bereichs (87,50 Prozent), wie z.B. Kreditinstitute. Nur 12,50 Prozent des Gesamtschuldenstandes sind bei Einheiten des öffentlichen Bereichs (z.B. andere Städte/Gemeinden, Eigenbetriebe, Land, Bund, gesetzliche Sozialversicherung) aufgenommen worden. Bei den gesamten Schulden beim öffentlichen Bereich handelt es sich zu 95,73 Prozent um Schulden, die von den Eigenbetrieben aufgenommen wurden (im Regelfall dürfte es sich um Schulden des Eigenbetriebs bei dessen Stadt/Gemeinde handeln, d.h. die Stadt/Gemeinde hat in gleicher Höhe Finanzvermögen).



Schulden der neun kreisfreien Städte (Stadtkreise) in Baden-Württemberg

Im kreisfreien Raum hat zum Stichtag 31.12.2014 die Stadt Mannheim mit 3.047 Euro je Einwohner den höchsten Pro-Kopf-Schuldenstand. Am zweithöchsten hat sich die Stadt Pforzheim verschuldet (2.628 Euro je Einwohner). Die Stadt Ulm hat sich mit 1.897 Euro je Einwohner die drittgrößte Schuldenlast in Kernhaushalt und Eigenbetrieben aufgebürdet. Am geringsten verschuldet ist Karlsruhe (613 Euro je Einwohner), gefolgt von Stuttgart (1.050 Euro je Einwohner) und Heilbronn (1.315 Euro je Einwohner). Im Kontext der kreisfreien Städte ist generell darauf hinzuweisen, dass hier aufgrund der fehlenden Verfügbarkeit von Daten zu den Schulden der städtischen GmbHs, Anstalten des öffentlichen Rechts etc. nur ein Ausschnitt der Gesamtverschuldung aufgezeigt wird. Die tatsächlichen Schulden der kreisfreien Städte liegen mithin höher.

Schulden der Kernhaushalte und Eigenbetriebe der neun kreisfreien Städte (Stadtkreise) in Baden-Württemberg beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich zum Stichtag 31.12.2014



Schulden der kreisangehörigen Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg

Der kreisangehörige Raum in Baden-Württemberg umfasst insgesamt 1.092 Städte und Gemeinden. Davon sind zum Stichtag 31.12.2014 98 Städte und Gemeinden (8,97 Prozent) in Kernhaushalt und Eigenbetrieben
schuldenfrei. Es handelt sich konkret um die in der grauen Box aufgelisteten Städte und Gemeinden (die Werte in Klammern sind die Einwohnerzahlen (EW) zum 30.6.2014).

Schuldenfreie Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg:
Achberg (1.672 EW), Alleshausen (473 EW), Allmannsweiler (297 EW), Bad Teinach-Zavelstein (2.957 EW), Ballendorf (676 EW), Balzheim (1.988 EW), Berghülen (1.904 EW), Bernau im Schwarzwald (1.942 EW), Betzenweiler (729 EW), Bietigheim-Bissingen (42.400 EW), Binzen (2.966 EW), Bitz (3.612 EW), Böbingen an der Rems (4.527 EW), Böllen (96 EW), Bonndorf im Schwarzwald (6.824 EW), Börslingen (166 EW), Büsingen am Hochrhein (1.356 EW), Dachsberg (Südschwarzwald) (1.340 EW), Daisendorf (1.583 EW), Dettingen an der Iller (2.325 EW), Dürnau (414 EW), Eberdingen (6.692 EW), Egenhausen (1.934 EW), Ehrenkirchen (7.160 EW), Eichstegen (505 EW), Eichstetten am Kaiserstuhl (3.460 EW), Eimeldingen (2.433 EW), Emeringen (129 EW), Empfingen (3.890 EW), Engen (10.153 EW), Fichtenberg (2.825 EW), Fischingen (726 EW), Forchheim (1.377 EW), Frittlingen (2.073 EW), Gechingen (3.587 EW), Gemmrigheim (3.920 EW), Gomadingen (2.211 EW), Grömbach (631 EW), Guggenhausen (171 EW), Hausen am Tann (469 EW), Hausen ob Verena (762 EW), Heitersheim (6.002 EW), Herdwangen-Schönach (3.277 EW), Heroldstatt (2.736 EW), Heuchlingen (1.780 EW), Höfen an der Enz (1.644 EW), Holzkirch (268 EW), Illerkirchberg (4.700 EW), Illingen (7.264 EW), Ingoldingen (2.770 EW), Jagsthausen (1.736 EW), Kanzach (482 EW), Kieselbronn (2.966 EW), Langenbrettach (3.722 EW), Mahlstetten (752 EW), Mehrstetten (1.346 EW), Mittelbiberach (4.127 EW), Moosburg (212 EW), Murr (6.272 EW), Neckarwestheim (3.567 EW), Neenstetten (798 EW), Nellingen (1.894 EW), Neustetten (3.474 EW), Nufringen (5.392 EW), Oggelshausen (898 EW), Ohlsbach (3.209 EW), Öllingen (524 EW), Ostelsheim (2.365 EW), Ötisheim (4.664 EW), Rammingen (1.277 EW), Ratshausen (759 EW), Reichenbach am Heuberg (490 EW), Satteldorf (5.293 EW), Schallbach (755 EW), Schlierbach (3.832 EW), Schöntal (5.513 EW), Schopfloch (2.608 EW), Seekirch (297 EW), Seewald (2.141 EW), Simmozheim (2.881 EW), Steinmauern (3.061 EW), Straßberg (2.436 EW), Talheim (4.913 EW), Tiefenbach (514 EW), Unterwaldhausen (279 EW), Volkertshausen (2.981 EW), Wannweil (5.161 EW), Weidenstetten (1.395 EW), Weilen unter den Rinnen (611 EW), Weißbach (2.013 EW), Wembach (328 EW), Wimsheim (2.679 EW), Winnenden (27.546 EW), Wittlingen (954 EW), Wörnersberg (234 EW), Wört (1.363 EW), Zaberfeld (3.884 EW) und Zuzenhausen (2.157 EW).

Im Kreise der schuldenfreien Städte und Gemeinden ist auffällig, dass Schuldenfreiheit nicht nur in bestimmten Größenklassen möglich ist. So sind unter den 98 Städten und Gemeinden sowohl kleine als auch größere Gemeinden. Während die vier einwohnerschwächsten Gemeinden Baden-Württembergs (Böllen mit 96 Einwohnern, Emeringen mit 129 Einwohnern, Börslingen mit 166 Einwohnern und Guggenhausen mit 171 Einwohnern) schuldenfrei sind, trifft dies mit der 42.400 Einwohner zählenden Stadt Bietigheim-Bissingen auch auf eine einwohnerstärkere Körperschaft zu.

Neben den 98 schuldenfreien Einheiten gibt es allerdings auch einige Städte und Gemeinden mit hohen Schuldenständen. Im Folgenden werden für jede Größenklasse diejenigen zehn Gemeinden aufgelistet, die in Kernhaushalt und Eigenbetrieben zum 31.12.2014 den höchsten Pro-Kopf-Schuldenstand hatten.

In der Größenklasse "bis 2.999 Einwohner" gibt es insgesamt 350 Städte und Gemeinden. Davon sind 67 schuldenfrei (19,14 Prozent). Den höchsten Pro-Kopf-Schuldenstand hat sich die Gemeinde Feldberg (Schwarzwald) aufgebürdet (4.476 Euro je Einwohner). Dies ist zugleich auch die höchste Pro-Kopf-Verschuldung aller Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg. Ebenfalls hoch verschuldet hat sich die Stadt Langenburg mit 3.320 Euro je Einwohner. Den dritthöchsten Schuldenstand hat Todtmoos mit 3.041 Euro je Einwohner.

Schulden-Ranking über die zehn am höchsten verschuldeten kreisangehörigen Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg in der Größenklasse 'bis 2.999 Einwohner' unter Erfassung der Schulden der Kernhaushalte und Eigenbetriebe beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich zum Stichtag 31.12.2014

Die Einwohner-Größenklasse "3.000 bis 4.999 Einwohner" umfasst 243 Städte und Gemeinden, von denen zum 31.12.2014 18 schuldenfrei sind (7,41 Prozent). Das Schulden-Ranking dieser Größenklasse führen die Kommunen St. Blasien (2.566 Euro je Einwohner), Beuren (2.503 Euro je Einwohner) und Todtnau (2.399 Euro je Einwohner) an.

Schulden-Ranking über die zehn am höchsten verschuldeten kreisangehörigen Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg in der Größenklasse '3.000 bis 4.999 Einwohner' unter Erfassung der Schulden der Kernhaushalte und Eigenbetriebe beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich zum Stichtag 31.12.2014

Die Größenklasse "5.000 bis 9.999 Einwohner" umfasst in der Summe 262 Städte und Gemeinden, von denen zehn bzw. 3,82 Prozent zum 31.12.2014 in Kernhaushalt und Eigenbetrieben schuldenfrei sind. Die Stadt Löffingen hat mit 4.273 Euro je Einwohner den höchsten Schuldenstand der Größenklasse und zugleich den größenklassenübergreifend zweihöchsten Schuldenstand in Baden-Württemberg. Am zweithöchsten hat sich in der Größenklasse die Stadt Bad Liebenzell verschuldet (3.825 Euro je Einwohner). Auf Rang 3 folgt Aulendorf mit Schulden in Höhe von 3.410 Euro je Einwohner.

Schulden-Ranking über die zehn am höchsten verschuldeten kreisangehörigen Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg in der Größenklasse '5.000 bis 9.999 Einwohner' unter Erfassung der Schulden der Kernhaushalte und Eigenbetriebe beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich zum Stichtag 31.12.2014

Insgesamt gibt es 147 Gemeinden mit mindestens 10.000, aber weniger als 20.000 Einwohnern. Von diesen 147 Gemeinden ist eine zum 31.12.2014 schuldenfrei (entspricht einem Anteil von 0,68 Prozent). Es handelt sich hierbei um die Stadt Engen (10.153 Einwohner). Angeführt wird das Schulden-Ranking von Altensteig mit Schulden in Höhe von 3.583 Euro je Einwohner. Auf Rang 2 folgt Bad Säckingen mit 2.929 Euro je Einwohner. Der Schuldenstand von Donzdorf ist mit 2.649 Euro je Einwohner der dritthöchste der Größenklasse "10.000 bis 19.999 Einwohner".

Schulden-Ranking über die zehn am höchsten verschuldeten kreisangehörigen Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg in der Größenklasse '10.000 bis 19.999 Einwohner' unter Erfassung der Schulden der Kernhaushalte und Eigenbetriebe beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich zum Stichtag 31.12.2014

In der obersten Einwohner-Größenklasse (ab 20.000 Einwohner) sind zwei von 90 Körperschaften (2,22 Prozent) schuldenfrei. Es handelt sich hierbei um Bietigheim-Bissingen (42.400 Einwohner) und Winnenden (27.546 Einwohner). Den höchsten Pro-Kopf-Schuldenstand hat sich Esslingen am Neckar mit 3.424 Euro je Einwohner aufgebürdet. Leimen hat sich mit 3.025 Euro je Einwohner verschuldet und liegt damit im Ranking der Größenklasse auf Platz 2. Die dritthöchsten Schulden hat Öhringen mit 2.981 Euro je Einwohner.

Schulden-Ranking über die zehn am höchsten verschuldeten kreisangehörigen Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg in der Größenklasse 'ab 20.000 Einwohner' unter Erfassung der Schulden der Kernhaushalte und Eigenbetriebe beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich zum Stichtag 31.12.2014



Fazit

Vorstehende Analyse zeigt, dass es im kreisangehörigen Raum Baden-Württembergs in jeder Größenklasse möglich ist, schuldenfrei zu sein. Lediglich im kreisfreien Raum ist keine schuldenfreie Stadt festzustellen. Insgesamt sind 98 kreisangehörige Städte und Gemeinden schuldenfrei.

Generell ist an dieser Stelle allerdings nochmals darauf hinzuweisen, dass nicht alle Schulden der einzelnen Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg zum Stichtag 31.12.2014 statistisch bereits vorliegen. So fehlen beispielsweise die Schulden der sonstigen Auslagerungen im Eigentum der Städte und Gemeinden (GmbHs, Anstalten des öffentlichen Rechts etc.). Deren Schulden sind den Städten und Gemeinden in gleicher Weise zuzurechnen wie die Schulden im Kernhaushalt oder in Eigenbetrieben. Gerade die einwohnerstärkeren Einheiten, wie z.B. die kreisfreien Städte, haben typischerweise substanzielle Schuldenvolumina in den Auslagerungen.

Insgesamt betrachtet sind die baden-württembergischen Gemeindefinanzen relativ stabil. Nichtsdestotrotz gibt es einzelne Städte und Gemeinden mit hohen Pro-Kopf-Schuldenständen, die den Gemeindehaushalt über die jährlichen Zins- und Tilgungszahlungen belasten. Insbesondere die hoch verschuldeten Körperschaften sollten anstreben, ihren Schuldenstand schrittweise zu reduzieren. Hiermit schaffen sie sich langfristig neue finanzpolitische Spielräume durch den wegfallenden bzw. niedriger ausfallenden Schuldendienst. Zwar ist das aktuelle Zinsniveau sehr niedrig - es kann jedoch wieder steigen. Gerade hoch verschuldete Städte und Gemeinden müssen in dieser Situation einen größeren Teil ihres Haushaltsvolumens für Zinsen aufwenden. Die Mittel fehlen dann z.B. in den Bereichen Sportförderung und Kinderbetreuung.



Weitere Informationen

Die individuellen Schuldenstände der hier nicht explizit aufgelisteten Städte und Gemeinden Baden-Württembergs sind auf untenstehender Seite einsehbar.

» Schulden der Gemeinden und deren Eigenbetriebe in Baden-Württemberg am 31.
    Dezember 2014

    Hrsg.: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Ein ergänzendes Informationsangebot zu den Kommunalfinanzen in Baden-Württemberg können Sie unter folgendem Link abrufen.

» Kommunalverschuldung in Baden-Württemberg
    Hrsg.: HaushaltsSteuerung.de





©  Andreas Burth, Marc Gnädinger