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Lexikon zur öffentlichen Haushalts- und Finanzwirtschaft


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Produkthaushalt

Mit dem Begriff Produkthaushalt wird ein Haushalt bezeichnet, dessen Gliederung sich im Wesentlichen an den Produkten der jeweiligen öffentlichen Verwaltung orientiert. Es handelt sich beim Produkthaushalt um ein Instrument der Outputsteuerung. Die Steuerung erfolgt vor allem mittels Zielvereinbarungen (Kontraktmanagement), Kennzahlen und Produktbudgets.

Dem Produkthaushalt liegt meist ein doppisches Haushalts- und Rechnungswesen zugrunde, er kann grundsätzlich aber auch im Rahmen der erweiterten Kameralistik Anwendung finden.

Ein Produkthaushalt wird bei Kommunen i.d.R. hierarchisch in Produktbereiche (z.B. Soziales, Sicherheit & Ordnung), Produktgruppen (z.B. Feuerwehr) und schließlich in Produkte untergliedert (sog. Produkthierarchie). Die Produkthierarchie spiegelt sich auch im Haushaltsplan wider. Jeder Ebene (Produktbereiche, Produktgruppen, Produkte) kann ein eigener Teilhaushalt zugeordnet werden.

Der kommunale Produkthaushalt dient der Erfassung und Zurechnung des Ressourcenverbrauchs zu den einzelnen Produkten bzw. Leistungen einer öffentlichen Verwaltung. Ziel ist die Verbesserung der Steuerungsmöglichkeiten sowie ein Mehr an Transparenz. Die hierzu notwendigen Daten werden größtenteils durch die Doppik sowie die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) bereitgestellt.

Im staatlichen Haushaltsrecht sind Produkthaushalte von den produktorientierten Haushalten abzugrenzen. Bei Produkthaushalten entscheidet der Gesetzgeber über einen leistungsbezogenen Ansatz. Führend ist nicht die Titel-, sondern die Produktsicht, d.h. haushaltsgesetzliche Bewilligungs- und Ermächtigungsgrundlage sind die nach Produkten strukturierten Mittelzuweisungen. Damit tritt bei Produkthaushalten an die Stelle der sachlichen Bindung nach Ausgabezwecken die sachliche Bindung nach Produkten bzw. nach Leistungszwecken. Somit richtet sich der Steuerungsansatz für Politik und Verwaltung ausschließlich auf Produktstrukturen und die zur Produkterstellung zugewiesenen Mittel. Beim produktorientierten Haushalt wird hingegen eine Ergänzung (im Sinne einer Erläuterung) des reinen finanziellen Inputs um den erwarteten Output in Form von Verwaltungsleistungen/-produkten angestrebt.

Siehe auch:
- Linkliste zu doppischen Haushaltsplänen deutscher Kommunen
- Blog-Einträge zum Thema "Doppik"
- Blog-Einträge zum Thema "Analysen doppischer Haushalte"
- Aufsätze zum Neuen Haushalts- und Rechnungswesen
- Vorträge/Präsentationen zum Neuen Haushalts- und Rechnungswesen



Weitere Informationen:
- Empfehlungen für einen gemeinsamen Produktrahmen (IMK-Beschluss)


©  Andreas Burth, Marc Gnädinger