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HaushaltsSteuerung.de » Weblog » Pro-Kopf-Schulden der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen im Größenklassen-Vergleich

Pro-Kopf-Schulden der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen im Größenklassen-Vergleich
21. Juli 2015  |  Autor: Andreas Burth



In Ländervergleichen zur Höhe der Kommunalverschuldung finden sich die Kommunen Nordrhein-Westfalens regelmäßig in der Spitzengruppe. Dies gilt auch für die besonders problematischen Kassenkredite. Die Finanzprobleme treten in Nordrhein-Westfalen verstärkt bei den Städten und Gemeinden hervor. Die Finanzlage der Kreise ist weniger problematisch (siehe z.B. folgender Link).

» Ergebnisplanung 2014 der Kreise in Nordrhein-Westfalen im Vergleich, Blog-Eintrag
    vom 2. Dezember 2014

    Autor: Andreas Burth

Vor diesem Hintergrund erscheint eine detaillierte Analyse der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen angebracht. Eine zu beantwortende Frage besteht darin, ob sich das Problem auf bestimmte Größenklassen konzentriert. Dieser Frage nachzugehen, ist Gegenstand des vorliegenden Blog-Eintrags.

Überblick:
- Methodische Anmerkungen
- Pro-Kopf-Schulden nach Einwohner-Größenklassen
- Auslagerungsgrad der Schulden nach Einwohner-Größenklassen
- Weitere Informationen



Methodische Anmerkungen

Das Statistische Bundesamt hat im vergangenen Jahr eine Statistik veröffentlicht, die für alle Kommunen in Deutschland Schuldendaten zum Stichtag 31.12.2012 enthält. Berücksichtigt werden darin die
Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich (= Kredite beim nicht-öffentlichen Bereich + Kassenkredite beim nicht-öffentlichen Bereich + Wertpapierschulden). Einbezogen werden im Sinne des sog. Schalenkonzepts die Schulden der Kernhaushalte sowie anteilig die Schulden der Auslagerungen (= Extrahaushalte + sonstige FEUs). Zu weiteren methodischen Details sei an dieser Stelle auf die beiden nachfolgend verlinkten Blog-Einträge zu den Schulden-Rankings der kreisfreien Städte und der Landkreise verwiesen. Ergänzend empfiehlt sich auch ein Blick in den Methodik-Teil der verwendeten Statistik über die Integrierten Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände (dritter Link).

» Schulden-Ranking der 103 kreisfreien Städte in Deutschland, Blog-Eintrag vom 3. August
    2014

    Autor: Andreas Burth

» Schulden-Ranking der 295 Landkreise in Deutschland, Blog-Eintrag vom 3. August 2014
    Autor: Andreas Burth

» Integrierte Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände: Methodische
    Vorbemerkungen (S. 5 ff.)

    Hrsg.: Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Schuldendaten zu den einzelnen Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen können Sie über den nachfolgenden Link abrufen.

» Ranking zur Verschuldung der 374 kreisangehörigen Städte und Gemeinden in
    Nordrhein-Westfalen, Blog-Eintrag vom 8. August 2014

    Autor: Andreas Burth



Pro-Kopf-Schulden nach Einwohner-Größenklassen

Nachfolgendes Schulden-Ranking der kreisangehörigen Städte und Gemeinden im Land Nordrhein-Westfalen berichtet die Schuldenstände zum Stichtag 31.12.2012 unter Berücksichtigung der Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich (= Kredite beim nicht-öffentlichen Bereich + Kassenkredite beim nicht-öffentlichen Bereich + Wertpapierschulden). Die Städte und Gemeinden sind nach Kommunaltypen (kreisfreie Städte vs. kreisangehörige Städte und Gemeinden) und Einwohner-Größenklassen gruppiert.

Im Vergleich zeigt sich zunächst, dass die kreisfreien Städte pro Kopf höher verschuldet sind als die kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Kreisfreie Städte unterscheiden sich von den kreisangehörigen Städten und Gemeinden insbesondere dadurch, dass sie die Aufgaben der Kreisebene ebenfalls wahrnehmen. Hinzu kommt, dass die kreisfreien Städte aufgrund ihrer hohen Einwohnerzahl mehr zentralörtliche Funktionen ausfüllen. Das Aufgabenportfolio der kreisfreien Städte ist somit größer als das Aufgabenportfolio der kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Folglich ist auch das Ertrags- und Aufwandsniveau höher.

Innerhalb der Gruppe der kreisfreien Städte ist wiederum kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Größenklasse und Schuldenhöhe zu identifizieren. Im kreisangehörigen Raum gilt, dass die Pro-Kopf-Schulden tendenziell umso höher sind, je mehr Einwohner die Stadt bzw. Gemeinde hat. Ein Erklärungsansatz für die höhere Verschuldung liegt darin, dass einwohnerstärkere Städte bzw. Gemeinden auch mehr Aufgaben wahrnehmen (zentralörtliche Funktion).

Pro-Kopf-Verschuldung der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen zum 31.12.2012 nach Einwohner-Größenklassen (in Euro je Einwohner)



Auslagerungsgrad der Schulden nach Einwohner-Größenklassen

Nach Größenklassen zeigt sich bei den kreisfreien Städten eine leichte Tendenz zu einem höheren Schulden-Auslagerungsgrad bei höherer Einwohnerzahl. Im kreisangehörigen Raum ist keine eindeutige Aussage möglich. Sowohl kleinere als auch größere Städte und Gemeinden haben umfangreiche Auslagerungen.

Den im Vergleich niedrigsten Schulden-Auslagerungsgrad von 0,00 Prozent haben Havixbeck, Isselburg, Neuenkirchen und Wettringen. Das höchste Niveau haben mit 100,00 Prozent die folgenden, kernhaushalts
schuldenfreien Gemeinden: Borken, Breckerfeld, Brüggen, Drensteinfurt, Issum, Kranenburg, Langenfeld (Rheinland), Merzenich, Niederzier, Olfen, Raesfeld, Reken, Schmallenberg, Senden, Sonsbeck, Straelen, Velen und Verl.

Die Ergebnisse zeigen mit eindringlicher Deutlichkeit, dass eine wirksame Gesamtsteuerung des kommunalen Aufgabenportfolios in den Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens in den meisten Fällen nur mit dem neuen doppischen Gesamtabschluss möglich ist. Eine reine Kernhaushaltsbetrachtung verdeckt den Blick auf potenzielle Probleme in den Auslagerungen. Der Gesamtabschluss führt in konsolidierter Form die Finanzdaten von Kernverwaltung und Auslagerungen zusammen.

Auslagerungsgrad: Prozentualer Anteil der ausgelagerten Schulden an der Gesamtverschuldung zum Stichtag 31.12.2012 für die Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen nach Einwohner-Größenklassen



Weitere Informationen

Weitere einzelgemeindliche Daten zu Nordrhein-Westfalen können Sie über nachfolgende Links abrufen.

» Produktbereich-Ergebnisplanung im Haushaltsplan 2014 der 22 kreisfreien Städte in
    Nordrhein-Westfalen im Vergleich, Blog-Eintrag vom 15. November 2014

    Autor: Andreas Burth

» Ergebnisplanung und Realsteuerhebesätze 2014 in den 48 kreisangehörigen
    Stärkungspakt-Gemeinden in Nordrhein-Westfalen im Vergleich, Blog-Eintrag vom 29.
    Oktober 2014

    Autor: Andreas Burth

» NKF-Haushaltssatzungen 2014 der 22 kreisfreien NRW-Städte im Vergleich, Blog-Eintrag
    vom 11. Oktober 2014

    Autor: Andreas Burth

» Vergleich der NRW-Kommunen zur Anzahl der Vollzeitäquivalente zum 30.6.2013,
    Blog-Eintrag vom 18. Dezember 2014

    Autor: Andreas Burth

» Rankings zu den Pro-Kopf-Steuereinnahmen 2013 der Städte und Gemeinden in NRW,
    Blog-Eintrag vom 13. Dezember 2014

    Autor: Andreas Burth

» Pro-Kopf-Kassenkredite 2010 bis 2013 in den 48 kreisangehörigen Stärkungspakt-
    Gemeinden in Nordrhein-Westfalen im Vergleich, Blog-Eintrag vom 10. Juli 2015

    Autor: Andreas Burth





©  Andreas Burth, Marc Gnädinger