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HaushaltsSteuerung.de » Themen » Staatsverschuldung in Deutschland » Kommunalverschuldung in Hessen

Staatsverschuldung in Deutschland
16. August 2017



Gesamt Bund GSV BW BY BE BB HB HH HE MV NI NW RP SL SN ST SH TH



Landesverschuldung Kommunalverschuldung


Verschuldung in Hessen: Kommunalverschuldung


Auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Stand sowie zur Entwicklung der Verschuldung der Kommunen des Landes Hessen. Die Kommunen sind der Oberbegriff für die Gemeinden und Gemeindeverbände. Unter die Gemeinden fallen sowohl die kreisfreien Städte als auch die kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Zu den Gemeindeverbänden zählen in Hessen z.B. die Landkreise.

Neben den Schulden im Kernhaushalt der Kommunen in Hessen werden stets auch die Schulden der kommunalen Auslagerungen (Extrahaushalte und sonstige FEUs) abgedeckt. Erfasst werden nur die Jahre ab 2010. Grund hierfür ist, dass die verwendete Schuldenstatistik des Statistischen Bundesamtes für die Jahre bis 2009 insbesondere keine Daten zu den Schulden der sonstigen FEUs berichtet. Hinzu kommen weitere methodische Änderungen, die Vergleiche der Jahre bis 2009 mit den Jahren ab 2010 erheblich erschweren.

Inhaltsübersicht:
I. Gesamte Verschuldung der Kommunen des Landes Hessen
II. Gläubiger der Schulden der Kommunen des Landes Hessen
III. Verortung der Verschuldung der Kommunen des Landes Hessen
IV. Kassenkreditschulden der Kommunen des Landes Hessen
V. Weitere Informationen



I. Gesamte Verschuldung der Kommunen des Landes Hessen

Aus Tabelle 1 ist die Entwicklung der gesamten Schulden in den Kernhaushalten, Extrahaushalten und sonstigen FEUs ersichtlich, die sich die Kommunen in Hessen aufgebürdet haben. Erfasst sind die Schulden beim öffentlichen Bereich (Kredite und Kassenkredite beim öffentlichen Bereich) und die Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich (Wertpapierschulden, Kredite und Kassenkredite beim nicht-öffentlichen Bereich). Die Summe aus den Schulden beim öffentlichen Bereich und den Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich bezeichnet man auch als Geldschulden.

Ergänzend werden nachrichtlich auch die gewährten Bürgschaften und die eingegangenen kreditähnlichen Rechtsgeschäfte der Kommunen in Hessen berichtet, wobei hier nur die Kern- und Extrahaushalte erfasst sind. Entsprechende Daten zu den sonstigen FEUs liegen nicht vor. Bürgschaften sind Eventualverbindlichkeiten, die möglicherweise (aber nicht mit Sicherheit) zu echten Zahlungsverpflichtungen werden. Unter die kreditähnlichen Rechtsgeschäfte fallen z.B. Hypotheken-, Grund- und Rentenschulden, Restkaufgelder oder Leasingverträge. Die Untersuchung der Bürgschaften und kreditähnlichen Rechtsgeschäfte der Kommunen in Hessen beschränkt sich auf den vorliegenden Abschnitt I. In den Abschnitten II, III und IV werden sie nicht weiter betrachtet.

Zu beachten ist, dass die hier angebotenen Daten nicht die vollständige Verschuldung der Kommunen in Hessen abdecken. Nicht erfasst sind v.a. die Rückstellungen (z.B. für die Pensionen von kommunalen Beamten), da diese statistisch nicht berichtet werden. Die hier analysierten Schuldendaten decken mit den gesamten Geldschulden insofern nur einen Teil der eigentlichen Gesamtverschuldung ab. Die genaue Höhe der eigentlichen Gesamtverschuldung (inkl. Rückstellungen etc.) ist mangels flächendeckender Einführung der sog. Doppik und in einigen Fällen aufgrund von Rückständen von Rechnungslegungslegungsfristen nur in einem Teil der Kommunen Deutschlands bekannt. Entnommen werden können sie in doppisch rechnenden Kommunen der Bilanz (Kernhaushalt) bzw. der Konzernbilanz (Kernhaushalt zzgl. Auslagerungen), die Teil des Jahresabschlusses (Kernhaushalt) bzw. des Gesamt-/Konzernabschlusses (Kernhaushalt zzgl. Auslagerungen) sind.

Jahr Gesamte Schulden (beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich) Bürgschaften Kreditähnliche
Rechtsgeschäfte
(ohne ÖPP-Projekte)
Einwohner zum 30.6. (ab 2012 auf Basis des Zensus 2011)
in Mrd.
Euro
in Euro je
Einwohner
in Mrd.
Euro
in Euro je
Einwohner
in Mrd.
Euro
in Euro je
Einwohner
2010 34,99 5.770 3,71 612 0,17 28 6.063.885
2011 32,76 5.393 4,09 673 0,22 36 6.074.950
2012 35,48 5.911 4,21 702 0,21 35 6.002.979
2013 34,78 5.773 4,82 800 0,19 32 6.025.066
2014 36,49 6.017 4,85 800 0,17 28 6.064.595
2015 37,41 6.117 4,84 792 0,24 39 6.116.203
2016 37,74 6.111 4,77 772 0,22 36 6.176.172
Tabelle 1: Entwicklung der Gesamtverschuldung, der Bürgschaften und der kreditähnlichen Rechtsgeschäfte der Kommunen des Landes Hessen (jeweils zum 31.12. des betreffenden Jahres)
Quelle: Eigene Darstellung (Daten entnommen aus: Statistisches Bundesamt, Statistiken über die Schulden der öffentlichen Haushalte ab 2010 (Fachserie 14 Reihe 5), Wiesbaden); zugrundegelegte Einwohnerzahlen bis 2011 auf Basis früherer Zählungen, ab 2012 auf Grundlage des Zensus 2011 (jeweils zum 30.6. des betreffenden Jahres; 2016 abweichend zum 31.12.2015)

Zur größentechnischen Einordnung der Höhe der Pro-Kopf-Kommunalverschuldung in Hessen sei auf den Ländervergleich unter "Gesamt » Kommunen" verwiesen.



II. Gläubiger der Schulden der Kommunen des Landes Hessen

Die Schuldenstatistik des Statistischen Bundesamtes ermöglicht eine grobe Kategorisierung der Gläubiger der kommunalen Verschuldung in zwei Gruppen: Die Kommunen in Hessen können sich demnach entweder bei Einrichtungen des nicht-öffentlichen Bereichs (sog. Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich) oder bei anderen Einheiten des öffentlichen Bereichs (sog. Schulden beim öffentlichen Bereich) verschulden. Gläubiger von Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich sind z.B. Banken, Sparkassen, Versicherungsunternehmen oder das sonstige Ausland. Gläubiger von Schulden beim öffentlichen Bereich sind z.B. der Bund, ein Bundesland, eine andere Kommune, die gesetzliche Sozialversicherung oder ein öffentliches Unternehmen (Extrahaushalte und sonstige FEUs).

Die beiden Gläubiger-Gruppen sind unterschiedlich zu bewerten, da den Schulden beim öffentlichen Bereich in der Schuldner-Körperschaft in gleicher Höhe Finanzvermögen beim öffentlichen Bereich in der Gläubiger-Körperschaft gegenüberstehen. Schulden beim öffentlichen Bereich sind insofern staatsinterne Schulden, d.h. ein Teil des Staates verschuldet sich bei einem anderen Teil des Staates.

Jahr Gesamte Schulden (beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich) davon:
Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich
davon:
Schulden beim öffentlichen Bereich
Anteil der Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich an den gesamten Schulden
in Mrd.
Euro
in Euro je
Einwohner
in Mrd.
Euro
in Euro je
Einwohner
in Mrd.
Euro
in Euro je
Einwohner
in Prozent
2010 34,99 5.770 26,50 4.370 8,49 1.401 75,73
2011 32,76 5.393 27,42 4.514 5,34 879 83,70
2012 35,48 5.911 30,40 5.064 5,08 846 85,68
2013 34,78 5.773 29,80 4.947 4,98 826 85,69
2014 36,49 6.017 31,28 5.157 5,21 859 85,72
2015 37,41 6.117 32,06 5.242 5,35 875 85,70
2016 37,74 6.111 32,63 5.283 5,11 827 86,46
Tabelle 2: Entwicklung der Verschuldung der Kommunen des Landes Hessen nach den Gläubiger-Gruppen des öffentlichen und des nicht-öffentlichen Bereichs (jeweils zum 31.12. des betreffenden Jahres)
Quelle: Eigene Darstellung (Daten entnommen aus: Statistisches Bundesamt, Statistiken über die Schulden der öffentlichen Haushalte ab 2010 (Fachserie 14 Reihe 5), Wiesbaden); zugrundegelegte Einwohnerzahlen bis 2011 auf Basis früherer Zählungen, ab 2012 auf Grundlage des Zensus 2011 (jeweils zum 30.6. des betreffenden Jahres; 2016 abweichend zum 31.12.2015)

Zur größentechnischen Einordnung der Höhe der Pro-Kopf-Verschuldung der Kommunen des Landes Hessen sei auf den Ländervergleich unter "Gesamt » Kommunen" verwiesen.



III. Verortung der Verschuldung der Kommunen des Landes Hessen

Die Kommunen im Land Hessen nehmen ihre Aufgaben nicht nur im Kernhaushalt wahr, sondern bedienen sich dazu auch öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen (FEUs), wobei bei den FEUs unterschieden wird zwischen Extrahaushalten und sonstigen FEUs. Insofern kann sich eine Kommune auch in verschiedenen Einheiten verschulden. Aufgenommen werden können die Schulden im Kernhaushalt, in den Extrahaushalten oder in den sonstigen FEUs. Extrahaushalte der Kommunen sind z.B. Zweckverbände, sofern sie Nichtmarktproduzenten sind. Unter die sonstigen FEUs der Kommunen können z.B. ausgelagerte Krankenhäuser, Verkehrsunternehmen, Zweckverbände (Marktproduzenten) sowie Ver- und Entsorgungsunternehmen fallen. Auf kommunaler Ebene sind die sonstigen FEUs merklich häufiger anzutreffen als die Extrahaushalte. Wirtschaftlich sind die Schulden der Extrahaushalte und sonstigen FEUs genauso der jeweiligen Kommune zuzurechnen wie die Schulden im kommunalen Kernhaushalt. Die Summe aus Kernhaushalten, Extrahaushalten und sonstigen FEUs heißt öffentlicher Bereich.

Die Differenzierung der Auslagerungen in Extrahaushalte und sonstige FEUs ist vornehmlich für die Bestimmung des Maastricht-Schuldenstandes relevant. Der Schuldenstand nach Maastricht-Vertrag erfasst nur die Schulden von Kern- und Extrahaushalten, nicht aber die Schulden der sonstigen FEUs. Der Maastricht-Schuldenstand ist insofern niedriger als der kommunale Gesamtschuldenstand nach deutscher Schuldenstatistik. Ein detailliertes Informationsangebot zur Staatsverschuldung der EU-Staaten nach Maastricht-Vertrag (inkl. Deutschland) finden Sie in den Rubriken "Staatsverschuldung in der EU" und "Schuldenuhren der EU-Mitgliedsstaaten".

Die Unterscheidung zwischen Schulden im Kernhaushalt und Schulden in Auslagerungen (Extrahaushalte und sonstige FEUs) ist bedeutsam, da die Schulden in Auslagerungen tendenziell stärker vor dem Blick von Verwaltungsführung, Kommunalpolitik und Öffentlichkeit "versteckt" sind. Man spricht in diesem Kontext z.T. auch von Schulden in "Schattenhaushalten". Der prozentuale Anteil der in Auslagerungen verorteten Schulden wird als Auslagerungsgrad bezeichnet.

Jahr Gesamte Schulden (beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich) davon:
Schulden in den Kernhaushalten der Kommunen
davon:
Schulden in den Auslagerungen (Extrahaushalte und sonstige FEUs)
Anteil der ausgelagerten Schulden an den gesamten Schulden
in Mrd.
Euro
in Euro je
Einwohner
in Mrd.
Euro
in Euro je
Einwohner
in Mrd.
Euro
in Euro je
Einwohner
in Prozent
2010 34,99 5.770 15,24 2.512 19,75 3.258 56,46
2011 32,76 5.393 17,05 2.806 15,71 2.586 47,96
2012 35,48 5.911 18,82 3.135 16,66 2.775 46,96
2013 34,78 5.773 18,15 3.012 16,63 2.761 47,82
2014 36,49 6.017 18,17 2.996 18,32 3.021 50,21
2015 37,41 6.117 18,22 2.979 19,19 3.138 51,30
2016 37,74 6.111 17,92 2.901 19,82 3.209 52,52
Tabelle 3: Entwicklung der Verschuldung der Kommunen des Landes Hessen nach der Verortung der Schulden (Kernhaushalte vs. Auslagerungen) (jeweils zum 31.12. des betreffenden Jahres)
Quelle: Eigene Darstellung (Daten entnommen aus: Statistisches Bundesamt, Statistiken über die Schulden der öffentlichen Haushalte ab 2010 (Fachserie 14 Reihe 5), Wiesbaden); zugrundegelegte Einwohnerzahlen bis 2011 auf Basis früherer Zählungen, ab 2012 auf Grundlage des Zensus 2011 (jeweils zum 30.6. des betreffenden Jahres; 2016 abweichend zum 31.12.2015)

Zur größentechnischen Einordnung der Höhe der Pro-Kopf-Kommunalschulden in Hessen sei auf den Ländervergleich unter "Gesamt » Kommunen" verwiesen.



IV. Kassenkreditschulden der Kommunen des Landes Hessen

Die Gesamtschuldenlast der Kommunen untergliedert sich in verschiedene Schuldenarten. Zu nennen sind hier insbesondere die Wertpapierschulden, die (Investitions-)Kredite und die Kassenkredite. Als besonders problematische Verschuldungsform werden gemeinhin die Kassenkredite angesehen. Kassenkredite sind kurzfristige Schulden, deren eigentlicher Zweck die kurzfristige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit bei laufenden Ausgaben (z.B. Lohn- und Gehaltszahlungen) ist. Sie sollten daher die meiste Zeit des Jahres bei 0,00 Euro je Einwohner liegen. Sie weisen insofern eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Überziehungskredit auf dem Girokonto einer Privatperson auf, wobei die Zinssätze für Kassenkredite für die öffentliche Hand aufgrund des geringen Ausfallrisikos zumeist relativ niedrig sind (deutlich niedriger als die Zinsen im Falle einer Überziehung des Girokontos durch eine Privatperson).

In manchen Kommunen werden Kassenkredite nicht mehr zu ihrem eigentlichen Zweck (temporäre Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsengpässe) verwendet, sondern sind zur Dauerfinanzierungseinrichtung geworden. Überdeutlich wird das an einigen Kommunen, die dauerhaft hohe Kassenkreditbestände von über 500 oder sogar von über 1.000 Euro je Einwohner aufweisen. Derartig hohe Kassenkreditschulden stellen nicht nur eine Zweckentfremdung dar - sie zeigen auch auf, dass in der Vergangenheit über die eigenen Verhältnisse gewirtschaftet wurde. Je höher das Kassenkreditniveau, desto exzessiver war das Ausmaß des Lebens über die eigenen Verhältnisse.

An weiter steigenden Kassenkreditniveaus ist abzulesen, dass dieses Leben über die eigenen Verhältnisse aktuell noch immer andauert. Die Lasten zur Finanzierung des heutigen Leistungsangebots werden mithin auf künftige Generationen übertragen. Im Gegensatz zu Wertpapierschulden und (Investitions-)Krediten sind die Kassenkreditschulden auch nicht durch investive Vermögenswerte (z.B. Brücke, Schulgebäude) gedeckt, sondern werden in voller Höhe für konsumtive Zwecke (z.B. Personalausgaben) verausgabt. Die in Form von Kassenkrediten angesammelten Lasten werden demnach nachrückenden Generationen aufgebürdet, ohne dass diesen Generationen aus der Verschuldung (z.B. in Form investiv geschaffener Vermögenswerte) ein Vorteil erwächst. Kassenkreditbestände sind mithin ein Indiz für Finanzprobleme. Eines der wichtigsten haushaltspolitischen Ziele muss die dauerhafte Kassenkreditschuldenfreiheit sein. Für die kurzfristige Liquiditätssicherung sollten eher Mindestliquiditätsreserven (z.B. in Form von Sichteinlagen) vorgehalten werden.

Manche Kommunen haben inzwischen damit begonnen, längerfristige Kassenkredite aufzunehmen (z.B. mit einer Laufzeit von fünf, zehn oder 20 Jahren). Problematisch hieran ist, dass von langfristigen Kassenkrediten das psychologische Signal der "Nicht-Konsolidierbarkeit des Haushalts auf absehbare Zeit" ausgehen kann. Dies kann verminderte Sparanstrengungen zur Folge haben, wodurch die Kassenkredite und damit auch die Finanzierungslast für künftige Generationen weiter wachsen.

Einige Kommune verweisen als Begründung für hohe Kassenkreditbestände auf die schlechten Rahmenbedingungen (z.B. geringe Steuereinnahmen, großer Bevölkerungsrückgang, hohe soziale Lasten, starke Zersiedelung). Tatsächlich ist es selbst unter schwierigen Rahmenbedingungen möglich, einen Kommunalhaushalt ohne Kassenkredite zu führen. Dies belegen die zahlreichen Kommunen in ganz Deutschland, die trotz problematischster Rahmenbedingungen in ihrem Haushalt ohne die Nutzung von dauerhaften Kassenkrediten auskommen. Beispielhaft sei auf die nachfolgend verlinkten Beiträge auf HaushaltsSteuerung.de verwiesen.

- Stark zersiedelte Gemeinden in Hessen ohne Kassenkredite (Blog-Eintrag vom 20.10.2015)
- Kassenkreditschulden der Städte und Gemeinden in Sachsen (Blog-Eintrag vom 16.9.2015)
- Gemeinden in Nordrhein-Westfalen ohne Kassenkredite trotz eines starken
  Bevölkerungsrückgangs (Blog-Eintrag vom 11.9.2015)

- Kreisangehörige NRW-Gemeinden ohne Kassenkredite trotz schwieriger Rahmenbedingungen
  im Sozialbereich (Blog-Eintrag vom 8.9.2015)

- Kassenkreditfreie Gemeinden in Nordrhein-Westfalen mit geringer Steuereinnahmekraft
  (Blog-Eintrag vom 6.9.2015)

- Steuerschwache Gemeinden in Hessen ohne Kassenkreditschulden (Blog-Eintrag vom
  4.9.2015)


Tabelle 4 enthält Daten zur Höhe der Kassenkreditschulden, die sich die Kommunen des Landes Hessen aufgebürdet haben. Aus Gründen der Datenverfügbarkeit sind allerdings nur die in kommunalen Kern- und Extrahaushalten aufgenommenen Kassenkredite erfasst. Werte zu den Kassenkrediten, die von den sonstigen FEUs der Kommunen aufgenommen worden sind, werden vom Statistischen Bundesamt nicht berichtet.

Das Kassenkreditniveau der Summe der Kommunen in Hessen ist insgesamt als sehr hoch einzustufen. Es gibt in Hessen vergleichsweise viele Kommunen mit sehr problematischen Kassenkreditbeständen. Ebenso gibt es in Hessen aber auch einige kassenkreditfreie Kommunen und Kommunen mit nur geringen Kassenkreditschulden.

Im Zuge des Projekts "Hessenkasse" plant das Land, den hessischen Kommunen zum 1.7.2018 fast ihre kompletten Kassenkredite abzunehmen. Weitere Informationen können Sie folgendem Link entnehmen.

- Hessenkasse ante portas: Die kommunalen Kassenkredite in Hessen (Blog-Eintrag vom
  15.7.2017)


Jahr Gesamte Schulden (beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich) darunter:
Kassenkredite beim nicht-öffentlichen Bereich
darunter:
Kassenkredite beim öffentlichen Bereich
Anteil der Kassenkredite an den gesamten Schulden
in Mrd.
Euro
in Euro je
Einwohner
in Mrd.
Euro
in Euro je
Einwohner
in Mrd.
Euro
in Euro je
Einwohner
in Prozent
2010 34,99 5.770 4,88 805 0,14 23 14,35
2011 32,76 5.393 6,30 1.038 0,18 29 19,78
2012 35,48 5.911 7,49 1.247 0,10 17 21,38
2013 34,78 5.773 6,58 1.091 0,16 27 19,38
2014 36,49 6.017 6,34 1.045 0,15 25 17,78
2015 37,41 6.117 6,50 1.063 0,22 36 17,97
2016 37,74 6.111 6,21 1.005 0,19 31 16,96
Tabelle 4: Entwicklung der Kassenkreditschulden der Kern- und Extrahaushalte der Kommunen des Landes Hessen beim öffentlichen und beim nicht-öffentlichen Bereich (jeweils zum 31.12. des betreffenden Jahres)
Quelle: Eigene Darstellung (Daten entnommen aus: Statistisches Bundesamt, Statistiken über die Schulden der öffentlichen Haushalte ab 2010 (Fachserie 14 Reihe 5), Wiesbaden); zugrundegelegte Einwohnerzahlen bis 2011 auf Basis früherer Zählungen, ab 2012 auf Grundlage des Zensus 2011 (jeweils zum 30.6. des betreffenden Jahres; 2016 abweichend zum 31.12.2015)

Zur größentechnischen Einordnung der Höhe der Pro-Kopf-Kassenkreditschulden der Kommunen in Hessen sei auf den Ländervergleich unter "Gesamt » Kommunen" verwiesen.



V. Weitere Informationen:

Informationen zu den Kommunalfinanzen in Hessen:
- Die Schulden der hessischen Kommunen (Blog-Eintrag vom 25.9.2017)
- Hessenkasse ante portas: Die kommunalen Kassenkredite in Hessen (Blog-Eintrag vom
  15.7.2017)

- Entwicklung der Realsteuer-Hebesätze in den Schutzschirm-Kommunen in Hessen
  (Blog-Eintrag vom 4.6.2017)

- Kommunaler Finanzierungssaldo in Hessen 2012 bis 2016 (Blog-Eintrag vom 19.3.2017)
- Kassenkreditschulden der steuerstärksten Gemeinden in Hessen (Blog-Eintrag vom 18.3.2016)
- Kommunale Kassenkredite in Hessen zum 31.12.2015 (Blog-Eintrag vom 12.8.2016)
- Höchste/niedrigste Hebesätze der Gewerbesteuer und der Grundsteuer A/B in Hessen nach
  Landkreisen (Blog-Eintrag vom 29.4.2016)

- Finanzierungssaldo der Kommunen in Hessen in den Jahren 2009 bis 2015 (Blog-Eintrag
  vom 4.4.2016)

- Hessische Kommunen mit den höchsten/niedrigsten Kassenkreditschulden (Blog-Eintrag
  vom 3.4.2016)

- Entwicklung des Finanzvermögens in den Kernhaushalten der hessischen Kommunen 2011 bis
  2014 (Blog-Eintrag vom 9.11.2015)

- Fallzahlen hessischer Städte und Gemeinden mit Hebesatzanpassungen zwischen 2003 und
  2014 (Blog-Eintrag vom 27.10.2015)

- Stark zersiedelte Gemeinden in Hessen ohne Kassenkredite (Blog-Eintrag vom 20.10.2015)
- Kassenkredite und Finanzierungssalden der kreisangehörigen Gemeinden in Hessen nach
  Einwohnergrößenklassen (Blog-Eintrag vom 9.10.2015)

- Steuerschwache Gemeinden in Hessen ohne Kassenkreditschulden (Blog-Eintrag vom 4.9.2015)
- Verteilung der Netto-Steuereinnahmen der 426 Städte und Gemeinden in Hessen 2014 nach
  Einwohnergrößenklassen (Blog-Eintrag vom 7.8.2015)

- Extremwerte bei der hessischen Kommunalverschuldung zum 31.12.2014 (Blog-Eintrag vom
  31.7.2015)

- Pro-Kopf-Schulden der Städte und Gemeinden in Hessen im Größenklassen-Vergleich
  (Blog-Eintrag vom 18.7.2015)

- Realsteuern 2014 in Hessen: Einzelgemeindlicher Vergleich von Aufkommen und Hebesätzen
  (Blog-Eintrag vom 3.5.2015)

- Doppische Haushaltssatzungen 2014 der sieben Sonderstatusstädte in Hessen im Vergleich
  (Blog-Eintrag vom 28.10.2014)

- Doppische Haushaltssatzungen 2014 der fünf kreisfreien Städte in Hessen im Vergleich
  (Blog-Eintrag vom 24.10.2014)

- Doppische Haushaltssatzungen 2014 der 21 hessischen Landkreise im Vergleich (Blog-Eintrag
  vom 16.10.2014)

- Ranking zum Finanzierungsüberschuss/-defizit der 447 Kommunen in Hessen (Blog-Eintrag vom
  4.9.2014)

- Ranking über die Pro-Kopf-Steuereinnahmen der 426 Städte und Gemeinden in Hessen
  (Blog-Eintrag vom 3.9.2014)

- Schulden-Ranking der 421 kreisangehörigen Städte und Gemeinden in Hessen (Blog-Eintrag
  vom 2.9.2014)

- Unternehmer entschuldet hessische Kommune (Blog-Eintrag vom 7.10.2013)
- Die rechnerisch schuldenfreie Gemeinde Ebsdorfergrund (Blog-Eintrag vom 19.9.2012)

Blog-Einträge zur Kommunalverschuldung im Allgemeinen:
- Die Staatsschulden im innerdeutschen Ländervergleich (Blog-Eintrag vom 20.8.2017)
- Auslagerungsquote der kommunalen Schulden (Blog-Eintrag vom 13.8.2017)
- Entwicklung des Anteils der Zinsausgaben an den Gesamtausgaben (Blog-Eintrag vom 3.8.2017)
- Kommunale Pro-Kopf-Schulden zum 31.3.2017 im Ländervergleich (Blog-Eintrag vom 2.8.2017)
- Kommunale Zinsausgaben-Quote im EU-Vergleich (Blog-Eintrag vom 23.7.2017)
- Kassenkredite nach Kommunaltypen im Ländervergleich 2016 (Blog-Eintrag vom 6.6.2017)
- Durchschnittszinssätze der Kommunen im EU-Vergleich (Blog-Eintrag vom 17.5.2017)
- Trendwende bei den kommunalen Kassenkrediten? (Blog-Eintrag vom 4.5.2017)
- Entwicklung der deutschen Kommunalschulden in Prozent der kommunalen Einnahmen
  (Blog-Eintrag vom 27.4.2017)

- Zunehmende Beliebtheit von Wertpapierschulden in Kommunen (Blog-Eintrag vom 9.4.2017)
- Vorläufige Pro-Kopf-Schuldenstände der Kommunen der Flächenländer zum 31.12.2016
  (Blog-Eintrag vom 5.4.2017)

- Wertpapierschulden der kreisfreien Städte in Deutschland (Blog-Eintrag vom 21.2.2017)
- Pro-Kopf-Kassenkredite der kreisfreien Städte 2012 bis 2015 (Blog-Eintrag vom 16.2.2017)
- Historische Entwicklung der kommunalen Kassenkredite seit 1960 (Blog-Eintrag vom 20.11.2016)
- Gläubiger-Struktur der Kommunalschulden in Deutschland (Blog-Eintrag vom 17.11.2016)
- Schulden der Landkreise im Ländervergleich (Blog-Eintrag vom 16.11.2016)
- Schuldenquoten der kreisfreien Städte in Deutschland (Blog-Eintrag vom 5.11.2016)
- Entwicklung der rechnerischen Durchschnittszinssätze von Bund, Ländern und Kommunen in
  Deutschland seit 2001 (Blog-Eintrag vom 30.10.2016)

- Grundsteuer-B-Hebesätze und Pro-Kopf-Kassenkredite der kreisfreien Städte (Blog-Eintrag
  vom 2.9.2016)

- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von Bund, Ländern, Kommunen und
  gesetzlicher Sozialversicherung zum 31.12.2015 (Blog-Eintrag vom 15.8.2016)

- Kommunalschulden je Erwerbstätigen im Jahr 2014 (Blog-Eintrag vom 20.6.2016)
- Schuldenquoten der deutschen Kommunen im Ländervergleich (Blog-Eintrag vom 15.6.2016)
- Fälligkeitsstruktur und variabel verzinster Anteil der deutschen Staatsschulden (Blog-Eintrag
  vom 9.6.2016)

- Rechnerische Durchschnittszinssätze der Schulden von Bund, Ländern und Kommunen in
  Deutschland (Blog-Eintrag vom 7.6.2016)

- Zinsausgaben der öffentlichen Haushalte in Deutschland (Blog-Eintrag vom 19.5.2016)
- Schulden-Einnahmen-Verhältnis von Bund, Ländern und Kommunen in Deutschland
  (Blog-Eintrag vom 8.5.2016)

- Pro-Kopf-Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände in Deutschland zum 31.12.2015
  im Ländervergleich (Blog-Eintrag vom 7.5.2016)

- EU-Ranking zu den Kommunalschulden in Prozent der kommunalen Einnahmen für die Jahre
  2014 und 2015 (Blog-Eintrag vom 23.4.2016)

- Kommunale Kassenkredite (Blog-Eintrag vom 12.4.2016)
- Pro-Kopf-Verschuldung der kreisfreien Städte Deutschlands (Blog-Eintrag vom 30.3.2016)
- Kassenkredite der kreisfreien Städte in Deutschland (Blog-Eintrag vom 24.3.2016)
- Kreditmarktschulden und Kassenkredite in den Kern- und Extrahaushalten von Ländern und
  Kommunen in Deutschland zum 30.9.2015 (Blog-Eintrag vom 18.2.2016)

- Notleidende Kredite von Bund, Ländern, Kommunen und gesetzlicher Sozialversicherung in
  den Jahren 2013 und 2014 (Blog-Eintrag vom 4.2.2016)

- Zinsausgaben 2014 von Bund, Ländern und Kommunen in Prozent der jeweiligen Schulden
  zum 31.12.2014 (Blog-Eintrag vom 14.10.2015)

- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von Bundesländern und Kommunen im
  Ländervergleich (Blog-Eintrag vom 4.10.2015)

- Schuldenbedingte Belastung der Kernhaushalte der 103 kreisfreien Städte im Vergleich
  (Blog-Eintrag vom 29.8.2015)

- Auslagerungsgrad der kommunalen Verschuldung zum 31.12.2014 im Ländervergleich
  (Blog-Eintrag vom 22.8.2015)

- Pro-Kopf-Primärsaldo und Pro-Kopf-Zinsausgaben 2014 von Bund, Ländern und Kommunen in
  Deutschland (Blog-Eintrag vom 7.7.2015)

- Pro-Kopf-Schulden aus Kassenkrediten in den 103 kreisfreien Städten der Flächenländer in den
  Jahren 2011 bis 2013 im Vergleich (Blog-Eintrag vom 30.6.2015)

- Vergleich der Schulden von Bund, Ländern und Kommunen (Blog-Eintrag vom 22.6.2015)
- Schulden der Kommunen der 13 Flächenländer im Verhältnis zu ihren Einnahmen
  (Blog-Eintrag vom 27.4.2015)

- Kommunaler Finanzierungssaldo der 28 EU-Staaten im Verhältnis zu den kommunalen
  Einnahmen (Blog-Eintrag vom 24.4.2015)

- Stand und Entwicklung der kommunalen Kassenkredite (Blog-Eintrag vom 25.3.2015)
- EU-Vergleich: Kommunale Schulden im Verhältnis zu den kommunalen Einnahmen (Blog-Eintrag
  vom 22.3.2015)

- Schulden-Ranking der 103 kreisfreien Städte in Deutschland (Blog-Eintrag vom 3.8.2014)
- Schulden-Ranking der 295 Landkreise in Deutschland (Blog-Eintrag vom 3.8.2014)
- Pro-Kopf-Kommunalschulden im EU-Ländervergleich (Blog-Eintrag vom 3.12.2013)
- Kommunale Pro-Kopf-Schulden 2012 im Ländervergleich (Blog-Eintrag vom 14.8.2013)
- Kommunalschulden 2010 nach neuer Schuldenstatistik (Blog-Eintrag vom 23.10.2011)

Allgemeine Informationen zu den Themen Verschuldung und Haushaltskonsolidierung:
- Staatsverschuldung in der Europäischen Union (EU)
- Schuldenuhren zu den Staatsschulden der EU-Mitgliedsstaaten
- Blog-Einträge zum Thema "Schuldenfreie Kommunen"
- Blog-Einträge zum Thema "Verschuldung & Haushaltskonsolidierung"
- Aufsätze zum Thema "Haushaltskonsolidierung & Verschuldung"
- Vorträge/Präsentationen zum Thema "Haushaltskonsolidierung & Verschuldung"
- Artikel von HaushaltsSteuerung.de zum Thema "Haushaltskonsolidierung"
- Zitate zum Thema "Schulden | Staatsverschuldung"
- Zitate zum Thema "Sparen | Haushaltskonsolidierung"
- Linksammlung zu kommunalen Haushaltssicherungskonzepten

Linksammlungen zu kommunalen Finanz-Dokumenten:
- Links zu kommunalen Haushaltsplänen (Doppik)
- Links zu kommunalen Eröffnungsbilanzen (Doppik)
- Links zu kommunalen Jahresabschlüssen (Doppik)
- Links zu kommunalen Gesamt-/Konzernabschlüssen (Doppik)





Quellen:
- Statistisches Bundesamt: Schulden des öffentlichen Gesamthaushalts 2016 (Fachserie 14 Reihe 5), Wiesbaden.
- Statistisches Bundesamt: Schulden des öffentlichen Gesamthaushalts 2015 (Fachserie 14 Reihe 5), Wiesbaden.
- Statistisches Bundesamt: Schulden des öffentlichen Gesamthaushalts 2014 (Fachserie 14 Reihe 5), Wiesbaden.
- Statistisches Bundesamt: Schulden der öffentlichen Haushalte 2013 (Fachserie 14 Reihe 5), Wiesbaden.
- Statistisches Bundesamt: Schulden der öffentlichen Haushalte 2012 (Fachserie 14 Reihe 5), Wiesbaden.
- Statistisches Bundesamt: Schulden der öffentlichen Haushalte 2011 (Fachserie 14 Reihe 5), Wiesbaden.
- Statistisches Bundesamt: Schulden der öffentlichen Haushalte 2010 (Fachserie 14 Reihe 5), Wiesbaden.

Hinweise zur Interpretation der Daten:
» Methodische Hinweise zur Staatsverschuldung in Deutschland

Definitionen zu den verwendeten Fachbegriffen:
» Lexikon zur öffentlichen Haushalts- und Finanzwirtschaft


©  Andreas Burth, Marc Gnädinger